Mi, 22. November 2017

Herber Rückschlag

19.12.2009 11:03

Zwei Bescheide lassen Bad Gastein weiter zerbröckeln

Im verzweifelten Ringen um eine Lösung für das Ortszentrum muss Bad Gastein einen herben Rückschlag einstecken. Im Sommer hatte das Bundesdenkmalamt den Wiener Investor Franz Duval mit Auflagen eingedeckt, weil seine Objekte immer mehr zerbröckeln. Doch per Bescheid wurden die Instandhaltungsaufträge wieder aufgehoben.

Dabei sah es vor Monaten noch so aus, als könnten Bundesdenkmalamt und Gemeinde den Wiener Investor endlich zum Handeln zwingen. Weil die Liegenschaften Badeschloss, früheres Postamt, Hotel Straubinger, Haus Austria und Kongresshaus seit Jahren immer mehr verfallen, hatten die Denkmalschützer für drei Gebäude dringliche Instandhaltungsaufträge verschickt.

Dagegen legte Franz Duval wie erwartet Einspruch ein. "Doch es konnte niemand damit rechnen, dass ihm das auch wirklich durchgeht. Die Experten vom Denkmalamt sind doch nicht irgendwer", kann es Bad Gasteins Bürgermeister Gerhard Steinbauer noch immer nicht fassen, was zu Beginn der Wintersaison auf seinem Schreibtisch landete.

Burgstaller bedauert Entscheidung
Im Namen von Landeshauptfrau Gabi Burgstaller erließ die Abteilung für Volkskultur und Erhaltung des kulturellen Erbes, die wiederum im Ressort von Doraja Eberle angesiedelt ist, zwei Bescheide, mit denen die drei Instandhaltungsaufträge mit sofortiger Wirkung aufgehoben wurden. "Wir haben damit nichts zu tun, die Akte sind nicht einmal über unseren Schreibtisch gegangen. Die Landeshauptfrau bedauert diese Entscheidung", heißt aus dem Büro von Gabi Burgstaller.

Verfahrensmängel als Begründung
Weil es sich um eine Angelegenheit der sogenannten mittelbaren Bundesverwaltung handelt, wurde der Schriftsatz dennoch im Namen von Burgstaller verfasst, auch wenn sie die Seiten nie zu Gesicht bekam. In der Begründung werden verschiedene Verfahrungsmängel angeführt. So hätte sich die Bezirkshauptmannschaft nicht einfach auf die Gutachten des Denkmalamtes verlassen dürfen, sondern hätte den Sachverhalt selbst überprüfen müssen.

Mündliche Verhandlung unumgänglich
Als Schlussfolgerung steht im Bescheid, dass "nunmehr die Durchführung einer mündlichen Verhandlung mit allen zuständigen und involvierten Behörden und Sachverständigen als unumgänglich erscheint." "Das ist ein unglaublicher Bürokratenstadl und es vergeht wieder ein Winter, ohne dass etwas passiert", macht Ortschef Steinbauer seinem Unmut Luft.

von Gernot Huemer (Kronen Zeitung) und krone.at

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden