So, 19. November 2017

Drama in Linz

17.12.2009 23:22

Obduktion bestätigt These von Mord und Selbstmord

Um Drogen kaufen zu können, hat ein süchtiges Linzer Ehepaar Banknoten gefälscht – jetzt ist es tot: Der 32-jährige Martin W. dürfte nach seiner Haftentlassung seine 27-jährige Frau Hatice erstochen und sich dann mit einer Überdosis vergiftet haben. Eine Obduktion hat diese Annahme bestätigt.

Zwar stehen das chemische und das histologische Gutachten noch aus, dennoch haben Gerichtsmediziner die Vermutung der Kriminalpolizei bereits bestätigt.

Die beiden Leichen wurden am Donnerstag vom Vater des Mörders gefunden. Die Tragödie im zweiten Stock des Urfahraner 6-Parteienhauses Leonfeldnerstraße 206 war mehr als eine Woche lang unbemerkt geblieben. Weil sich sein Sohn schon seit Tagen nicht am Handy meldete, kam der Vater aus dem Bezirk Perg am Donnerstagvormittag nachschauen.

 Er stand vor der versperrten Tür, fragte in einem nahen Lokal nach einem Lebenszeichen und alarmierte dann die Polizei und Feuerwehr: Die Wohnungstür wurde aufgebrochen, das tote Paar entdeckt. Ihre nackte Leiche lag zugedeckt im Schlafzimmer im Bett, die seine auf der Couch im Wohnraum. Der Mord dürfte sich bereits Ende November ereignet haben.

32-Jähriger lebte noch tagelang neben Toter
Es handelt sich aber um keinen Doppelmord im Drogenmilieu wie vor 21 Monaten im Urfahraner Hartmayrgut, sondern um eine Blut- und Verzweiflungstat: Martin W. dürfte bald nach seiner Haftentlassung wegen Geldfälscherei das bildhübsche Fotomodel mit mehreren Messerstichen in den Hals und in die Brust getötet haben. Und dann noch Tage neben ihrer Leiche gelebt haben. Er öffnete die Fenster, ehe sich der mehrfach vorbestrafte Rauschgiftsüchtige vor Tagen mit einem "Goldenen Schuss" umbrachte. Ohne einen Abschiedsbrief mit einem Mordmotiv zu hinterlassen.

"Ob das mit dem Prozess, der Haft, der Sucht, einem Ehekrieg oder einer Eifersucht zu tun hat, weiß niemand", steht auch Sicherheitsdirektor Alois Lißl vor einem Rätsel. Tatsache ist nur, dass Nachbarn schon vor Wochen lautstarke Streitigkeiten der zugezogenen Mieter gehört hatten.

Tatwaffe sichergestellt
Spurensicherer des Landeskriminalamtes schließen einen Drittbeteiligten aus: Die spartanisch eingerichtete Wohnung der Notstandshilfebezieher war von innen versperrt, neben den Toten wurde ein Klappmesser gefunden. "Dabei handelt es sich mit ziemlicher Sicherheit um die Tatwaffe – ihre Klinge passt zu den Stichverletzungen", meinte ein Ermittler, der aber noch die Ergebnisse der Obduktionen und weitere Spurenauswertungen abwarten will.

Kronen Zeitung

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