Sa, 18. November 2017

Helden im Hagelsturm

17.12.2009 19:21

Freiwillige Florianis sind die „Salzburger des Jahres 2009“

Eine "sichtbare Anerkennung für besondere Leistungen", sagt Hans Peter Hasenöhrl, Chef der "Salzburg Krone" über die Auszeichnung "Salzburger des Jahres". In diesem Jahr fiel die Entscheidung der Jury nach kurzer Zeit eindeutig aus: "Das traditionsreiche Motto 'Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr' wurde auf besondere Weise umgesetzt. Tausende Helfer unserer Freiwilligen Feuerwehren haben in diesen Juli- und Augusttagen wirklich Übermenschliches geleistet."

An den schweren Metalltüren des Feuerwehrhauses in Lamprechtshausen sind immer noch zahllose Dellen zu sehen. Es sind die Einschläge der Hagelkörner, die in diesen schicksalsschweren Juli- und Augusttagen so groß wie Tennisbälle waren. Und sie sind bleibende Zeichen der Gewitterstürme, wie sie unser Land noch nicht erlebt hat.

Bild: Die Feuerwehrhelfer nahmen in Lamprechtshausen für die "Krone" Aufstellung.

Hermann Kobler, höchster Feuerwehrler im Flachgau, der mit der "Krone" die Feier für die "Salzburger des Jahres" organisierte, hat eine genaue Liste zur Hand: "Wir hatten 1.423 Einsätze!" Unglaubliche 43.257 Arbeitsstunden leisteten 3.477 Retter dabei.
Da zollt auch Landesfeuerwehr-Kommandant Leo Winter den freiwilligen Helfern höchsten Respekt: "Was ihr geleistet habt war selbstlos, es ging bis an die Grenzen der Belastbarkeit."

Auch Sparkasse-Chefin Regina Ovesny-Straka (sie sponsert die Goldene Krone der "Krone") kam zum Fest in Lamprechtshausen: "Wir waren selbst mit Filialen betroffen." Und zu den Helden des Hagelsturms sagte sie: "Macht weiter so, helft den Menschen im Land." An diesem Tag war die Zeugstätte zum Bersten voll. Johann Landrichtinger, er ist der Abschnitts-Kommandant, sagt: "Auch Kollegen aus den anderen Gauen sind gekommen. Sie haben ja alle mitgeholfen."

Gerhard Schleier, Feuerwehrchef in Lamprechtshausen, meint: "Ohne unsere Freunde hätten wir es nie geschafft." Wurden doch mehr als 300.000 Quadratmeter an Planen verlegt, was 60 Fußballfeldern entspricht. Und auf eines sind alle stolz: Von den 2.500 Kilo Nägeln "haben wir keinen einzigen verschlagen."

Für außergewöhnliche Taten stehen noch weitere Ehrenträger...

Millionenverleger Hannes Steiner
Mit Superlativen kann auch der Verleger Hannes Steiner aufwarten: 63 Bücher hat der Salzburger in den letzten sechs Jahren publiziert, 27 davon landeten an der Spitze der Charts. Mittlerweile sind mehr als eine Million Exemplare verkauft, eine Erfolgsstory. Die "Krone" traf ihn vor dem Abflug nach Rom. Und aus Italien kommt möglicherweise sein nächster Bestseller, auch wenn Näheres noch nicht verraten werden darf. "Wir geben zum ersten Mal ein Buch in Lizenz heraus." Eines, das im südlichen Nachbarland auf Platz eins steht...

"Ich habe in einem Sechs-Quadratmeter-Büro begonnen", berichtet er. Heute sind die Räumlichkeiten gegenüber dem Kieselgebäude großzügig und bis an die Decke bis Büchern gefüllt. "Wir haben einfach das Vertrauen der Leser gewonnen", sagt er bescheiden.

SALK-Betriebsrätin Christine Vierhauser
Vertrauen ist auch das Stichwort für SALK-Betriebsrätin Christine Vierhauser, die nun seit einem Jahr mehr als 5.000 Mitarbeiter vertritt. "Es war eine emotionale Berg- und Talfahrt", kommentiert sie ihren Einsatz bei den nächtelangen Verhandlungen gegen die unfairen Sparpläne. Und der obersten Personalvertreterin ist es etwa zu verdanken, dass die heiß umstrittenen Biennalsprünge unangetastet bleiben.

Ausgestanden ist der Kampf noch lange nicht, denn die "Landeskliniken werden nach wie vor übergangen", sagt sie im "Krone"-Gespräch: "Die Anstrengungen gehen weiter." Und nachdem bereits ein Marsch auf den Chiemseehof geplant war, werden nun auch Klagen überlegt. Denn: "Wir arbeiten tagtäglich bis an die Grenzen der Leistungsfähigkeit." Was jeder Patient bestätigt...

IG-Milch-Obmann Engelbert Neubauer
Und auch er geht für seine Leute durchs Feuer: Bertl Neubauer, der Obmann der IG Milch. Er hat selbst 25 Kühe in seinem Stall bei Dorfbeuern stehen und er weiß, wie hart jeder Landwirt sein Brot verdient. "Ich war in Brüssel und in Luxemburg", berichtet er. Sozusagen als Speerspitze im Kampf um einen fairen Milchpreis. "Unsere Regierung muss den Milchmarkt neu regeln", fordert er und kündigt bereits "für Jänner weitere Aktionen an".

Sprit-Rebell Markus Friesacher
Fairness - das hat auch Sprit-Rebell Markus Friesacher für seinen Benzin-Kunden aufs Banner geschrieben. "Salzburg war früher eines der teuersten Pflaster an den Tankstellen", sagt er. Es ist mit sein Verdienst, dass "wir nun mit Burgenland die besten Preise haben." Und mit seinen Standorten in Wals, Obertrum und Schallmoos will Friesacher "auch in Zukunft beim Treibstoff günstiger als alle anderen sein. Das sehe ich als meine Verpflichtung an." Wir werden es an den Zapfsäulen zu danken wissen...

"Apropos"-Chefin Michaela Gründler
Denn sparen muss jeder und vor einem leeren Portemonnaie ist kaum einer gefeit. Doch dort, wo das Geld nicht mehr reicht, sieht es oft dunkel aus. "400.000 Menschen gelten bei uns als arm, eine Million ist armutsgefährdet", sagt Michaela Gründler, die mit ihrem Team von der Straßenzeitung "Apropos" heuer den René-Marcic-Preis gewann. "Für viele hat die Krise keinen Anfang und kein Ende", sagt sie. Doch dass nun manche "heute wieder gefestigt im Leben stehen und jeden Tag wieder aus Neue meistern..." Das, ja das ist ein ganz besonderer Erfolg.

"Held von Siezenheim" Ferdinand Stöckl
Eine tolle Leistung, gepaart aus Mut und in diesem Fall kriminalistischem Gespür vollbrachte Ferdinand Stöckl: "Ich hab mich nicht hereinlegen lassen!" Denn als die berüchtigten Neffenbetrüger bei ihm anriefen, spielte der Pensionist zum Schein mit. Solange, bis die Handschellen klickten. "Als ich jetzt bei der Adventfeier im Seniorenheim war, da haben sie gesagt: 'Da kommt der Held von Siezenheim!'", freut er sich und gesteht: "Furchtbar aufregend war es aber schon..."

Denkmalschützer Ronald Gobiet
Um Aufregung und vor allem Verschandelung zu vermeiden, dafür setzt sich Ronald Gobiet als oberster Denkmalschützer ein. "Wir haben aktuell 120.000 Euro aus Wien fürs Nannerlhaus in St. Gilgen und 80.000 Euro für die Ursulinenkirche losgeeist." Richtig stolz ist er auf den renovierten Residenzbrunnen: "Eine Freude zu sehen, wie schön er ist."

Blasmusikchef Matthäus Rieger
Freude bereitet vor allem auch Matthäus Rieger, Chef der 151 Salzburger Musikkapellen: "Die Blasmusik ist mehr als nur Unterhaltung. Sie ist musikalische Basis für die Künstler und ein wichtiges Stück Heimat."

Mentalist Manuel Horeth
Auf andere Art verzaubert Mentalist Manuel Horeth die Menschen, der als Gedankenverdreher Millionen fesselt. Und er verspricht: "Ich werde weiter für Überraschungen sorgen." Demnächst geht er auf eine magische Theatertour und sein neues Buch heißt: "Wir sind alle Mentalisten." Denn ein wenig Gedankenlesen kann auf keinen Fall schaden...

von Harald Broding, Wolfgang Weber und Sabine Salzmann, Kronen Zeitung
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