Fr, 24. November 2017

2,5 Jahre Haft

17.12.2009 19:44

16-Jähriger verübte brutale Überfälle auf Taxi-Lenker

Bewährungshilfe und Einzelbetreuung durch das Jugendamt haben nichts gefruchtet: Ein 16-jähriger Tschetschene verübte in Linz drei Raubüberfälle. Dafür kassierte er nun zwei Jahre Haft, auch sechs Monate aus einer bedingten Verurteilung im Jahr 2008 muss er absitzen. Der junge Räuber nahm das Urteil sofort an.

Der Tschetsche gehört zu jenen 63 Jugendlichen, die in den letzten Monaten, wie berichtet, von der Linzer Polizei ausgeforscht worden waren. Sie alle haben von Herbst 2007 bis September 2009 mehr als 300 Straftaten begangen. Die drei Banden verübten hauptsächlich Diebstähle und Sachbeschädigungen.

Zwei Schüsse in Ohr eines Taxlers
Doch die drei Raubüberfälle des Verururteilten sind von einem anderen Kaliber: "Das ist nicht nur nach dem Gesetz ein schwerer Raub, sondern tatsächlich", betonte Staatsanwalt Herbert Wolfmayr, als er vor Richterin Margit Kreuzer den ersten Überfall auf einen Taxler schilderte. Nachdem der Angeklagte mit der Gaspistole Geld und Handy gefordert hatte, feuerte er zwei Schüsse ab, die den Taxler am Ohr trafen. Beim Prozess stritt er die Schüsse ab.

Mit der Waffe bedroht hat er aber auch einen Tag später eine Prostituierte und Ende Juni eine weitere Taxilenkerin. Die Beute aus allen drei Überfällen betrug 460 Euro. Das Urteil der Jugendschöffen steht noch aus.

Jung und skrupellos
Schon seit Monaten haben drei lose zusammenhängenden Jugendbanden den Süden von Linz terrorisiert. Mehr als 30 Telefonzellen wurden ebenso zerstört wie Straßenlaternen. Dazu stahlen die jungen Leute - sie alle sind zwischen 13 und 20 Jahre alt - Geld, Getränke und Süßigkeiten, aber auch Autoradios und Computer.

Brutalität aus Langeweile
Spind-Einbrüche in einer Schule führten die Polizei schließlich auf die Spur der Banden, die schließlich zur Ausforschung von 61 Burschen und zwei Mädchen führte. Das Motiv der Verdächtigen: Gruppenzwang, Geldmangel – und Langeweile.

Kronen Zeitung und ooe.krone.at

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