So, 22. Oktober 2017

Austro-Rock-Röhre

18.12.2009 12:12

Ex-Starmaniac Luise Gruber startet als Saint Lu durch

Ende November 2003 musste sich eine gewisse Luise Gruber in der dritten Finalrunde der zweiten Auflage der ORF-Castingshow "Starmania" verabschieden. "Ich bleibe im Musikgeschäft und will meinen Weg auch ohne 'Starmania' gehen", versprach die gebürtige Oberösterreicherin damals kurz nach dem Ausscheiden. Jetzt, knapp sechs Jahre später, hat die inzwischen 27-Jährige unter dem Künstlernamen Saint Lu beim Major Warner ihr gleichnamiges Debütalbum veröffentlicht.

Die begnadete Austro-Rockröhre, die mittlerweile in Berlin lebt, hat mit dem Album "Saint Lu", bei dem sie auch als Co-Produzentin fungierte, und der ersten Single-Auskopplung "Don’t Miss Your Own Life" ein durchaus beachtliches und relativ reifes Debüt vorgelegt.

Aufgenommen hat sie die Platte mit namhaften Musikern, unter ihnen Gitarrist Peter Weihes (der schon mit Eric Clapton und Chaka Khan musizierte und bei allen Songs musikalisch die Finger im Spiel hat), Schlagzeuger Marlon Browden (John Scofield, Norah Jones) und Steve Sidwell (Pet Shop Boys, Robbie Williams), der für Streicher und Bläser verantwortlich zeichnet.

Erdige Power-Stimme
"Saint Lu" ist ein kraftvolles Album, bei dem Grubers erdige Power-Stimme immer im Vordergrund steht. Musikalisch pendelt die gebürtige Oberösterreicherin, die mit ihrer sehr schwarz klingend Stimme stark an Größen wie Anastacia, Aretha Franklin oder Joss Stone erinnert, zwischen erdigem Texas-Blues und Soul; am Ende des elf Songs umfassenden Albums gibt es zudem noch ein lupenreines Stück Sixties-Pop. Temporeiche Titel wie etwa "Love Song" oder "All In One (Multifunctional Mum)" wechseln sich mit ruhigeren Balladen ("Here I Stand", "Memory") ab.

Album auch auf Vinyl erhältlich
Dass Gruber laut eigenen Angaben noch mit der guten alten Langspielplatte aufgewachsen ist, davon zeugt auch die Aufmachung der schwarzen (!) CD, die auf der bedruckten Seite einer Vinyl-LP (samt Rille) nachempfunden ist, und der Umstand, dass ihr Debüt auch als LP samt Klappcover erhältlich ist. Und auch die Anzahl der auf CD gepressten Songs sowie die Gesamtspieldauer, die knapp unter 40 Minuten (und damit auf LP-Niveau) liegt, ist sicher kein Zufall.

Fazit: Das mit Abstand Beste, das bislang von einem Ex-Starmaniac auf den Markt gebracht wurde. Ein Album, das Blues- und Soul-Freunde ebenso ansprechen wird wie Fans von Rockmusik.

7 von 10 Heiligen Luisen

von Wilhelm Eder

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).