Mi, 17. Jänner 2018

Lkw-Raub auf der A9

11.12.2009 15:45

Fernfahrer betäubt, gefesselt und in Graben "entsorgt"

Betäubt, gefesselt und dann auf einem Autobahn-Parkplatz in der Steiermark "entsorgt": Wenn dieser bosnische Fernfahrer (li.), dem mitten in der Nacht sein Sattelzug geraubt wurde, nicht zwei Schutzengel gehabt hätte, wäre er wohl nicht mehr am Leben. Karl Mandl (52, mi.) und Josef Harnuss (59, re.) von der Autobahnmeisterei Lebring retteten den bereits stark unterkühlten 47-Jährigen.

"Wir haben am Mittwochabend auf dem Parkplatz das WC reinigen wollen und dann plötzlich leise Schreie gehört. Ich habe zuerst geglaubt, das sind Wildlaute", erzählte Karl Mandl, der, so wie auch Josef Harnuss, bei der Autobahnmeisterei Lebring beschäftigt ist.

"Wir haben dann mit den Scheinwerfern unseres Wagens alles abgesucht - und auf einmal zwei Augen aufleuchten gesehen. Das werde ich nie vergessen..." Es waren die Augen eines Mannes, der wie ein Paket mit Klebebändern verschnürt war. "Wir haben ihn mit einem Jausenmesser befreit." Der verletzte und unterkühlte Bosnier wurde ins LKH Wagna gebracht.

"Er hätte die Nacht bei Temperaturen um die null Grad sicher nicht überlebt", sagte Primarius Herwig Koter am Donnerstag zur "Steirerkrone". "Aber heute geht es ihm körperlich schon wieder besser, er ist nur in einem schlechten psychischen Zustand."

Betäubungsgas ins Führerhaus geleitet
Dass Muhamed S. unter einem schweren Schock steht, ist mehr als verständlich. Er hätte mit seinem Sattelschlepper (blauer Zugwagen Mercedes Actros, bosnisches Kennzeichen 724 K 816, Schwarzmüller-Aufleger, Kennzeichen 724 K 817) 26 Paletten Fertigparkett von seiner Heimat in die Schweiz bringen sollen. Am Mittwoch zwischen 0.30 und 1 Uhr früh machte er auf dem "Pyhrn"-Parkplatz Thalerhof in der Gemeinde Zettling bei Graz Rast.

Während er schlief, dürften durch den Spalt, den er bei einem Fenster offen gelassen hatte, ein Betäubungsgas ins Führerhaus geleitet worden sein. Die Täter, nach denen jetzt gefahndet wird, wollten ihn damit außer Gefecht setzen.

Als ihnen das gelungen war, fesselten sie ihn mit Klebebändern: "Er konnte sich kaum rühren", sagte Werner Rampitsch vom Landeskriminalamt. Danach fuhren sie mit dem Sattelzug in Richtung Süden und setzten ihr Opfer beim Parkplatz Gersdorf aus - wo es nach etwa zwölf, vielleicht auch erst 14 Stunden gefunden wurde. Die Räuber dürften mit dem Lkw nach Slowenien geflüchtet sein.

Hinweise können an den Journaldienst des Landeskriminalamts unter der Telefonnummer 059 133/60-33 33 gerichtet werden.

von Peter Riedler, "Steirerkrone"

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