Do, 19. Oktober 2017

Droht Finanzdebakel?

08.12.2009 10:50

Sponsoren des „Linzer Auges“ überlegen Ausstieg

Es ist statt zum Wahrzeichen zur Lachnummer von Linz09 verkommen: Das "Linzer Auge". Erst kam es mit Verspätung, dann war es zu unsicher für die Öffentlichkeit und nun verweigert es die Drehung auf der Donau. Das könnte die Initiatioren nun teuer zu stehen kommen.

"Das war von Anfang an klar, dass das 'Linzer Auge' an diesem Standort nichts werden kann", erneuern erfahrene Donau-Kapitäne ihre Kritik am Pleiten-, Pech- und Pannenprojekt.

Dem nun aber noch größere Schwierigkeiten als die mangelnde Rotation drohen: Die großen Sponsoren Energie AG, Raiffeisen und Linz09 überlegen bereits ihren kompletten Rückzug. Am Mittwoch steigt der nächste Gipfel in der Architekten- und Ingenieurskammer. Dabei soll etwa ein Gutachter bestellt werden, der herausfinden soll, warum sich das "Linzer Auge" nicht dreht.

Geldgeber ungeduldig
Das ist auch der Grund, warum die Sponsoren ihren Rückzug vom 300.000-Euro-Projekt (ohne Reparaturkosten) überlegen. Was aber offiziell noch) nicht bestätigt wird. Energie AG-Sprecher Walter Czetsch, Harald Wetzelsberger (Raiffeisen) und der kaufmännische Geschäftsführer von Linz09, Walter Putschögl, unisono: "Wir warten ab, was diese Woche beschlossen wird."

Klar ist aber, dass die Sponsoren erfolglos verlangt hatten, dass sich das "Auge" bis 30. November drehen muss. Und dass Linz09 von einer Plattform, die sich vielleicht 2010 dreht, sicher nicht profitiert.

Kritik ignoriert
Dabei haben Donaukapitäne wie Otto Steindl bereits im Sommer aufgezeigt, dass sich das "Auge" an dieser Stelle nie drehen kann, weil die nötige Strömung fehlt. "Das hätte man vorher leicht überprüfen können", ergänzt Kollege Karl Eipeldauer.

Wobei Steindl noch mehr die Billigproduktion, deren Vorteile längst verpufft sind, ärgert. "Ein Pole fertigt das Auge in einer slowakischen Werft – und ein Holländer bringt es nach Linz. Dabei wären DDSG-Schiffe in Linz vorhanden gewesen. Und hätte man in Linz produzieren lassen, wäre der Transportweg nur drei Kilometer lang gewesen!"

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