Mo, 23. Oktober 2017

Wie gehts weiter?

02.12.2009 15:05

600 Quelle-Jobs könnten bleiben ++ Abverkauf läuft gut

Seit Beginn des Ausverkaufs am Montagmorgen strömen Menschenmengen wie bei der Eröffnung vor 34 Jahren den Quelle-Markt in der Linzer Industriezeile. Vor allem Elektronik-Produkte sind heiß begehrt, werden doch Topgeräte zum Schnäppchenpreis angeboten. Am Linzer Landesgericht gab es unterdessen am Mittwoch die erste Gläubigerversammlung. 600 "Quelle"-Jobs in Linz könnten sogar erhalten bleiben.

Die Menschenschlange im Landesgericht Linz war lang. Schon im Vorfeld der ersten Gläubigerversammlung des insolventen Versandhändlers Quelle am Mittwochvormittag wurde intensiv diskutiert.

Er sei überzeugt, dass bei der Quote nichts rausschaut, sagte ein Mann. "Im Leid treffen wir uns alle wieder", sagte ein Frau augenzwinkernd. "Was soll denn noch herausschauen?", gab sich ein 62-Jähriger, der in Vertretung seiner 82-jährigen Mutter gekommen war, keinen Illusionen hin. Es müsse irgendwie mit der Pension weitergehen. "Nur weil die Deutschen den Bach runtergehen, soll das mit uns auch passieren?"

Sie hätte nie geglaubt, dass es einmal so weit kommt, erklärte eine 67-jährige Frau. "Wir waren der Firma so verbunden." Egal wie das Verfahren ausgeht, man müsse nehmen, was kommt.

Bleiben 600 Quelle-Jobs in Linz erhalten?
Die Verhandlungen mit dem früheren Quelle-Chef Martin Lenz will der Sprecher der Masseverwalter, Erhardt Hackl, zügig vorantreiben. Derzeit werde an einem Termin zwischen den Verantwortlichen beim Otto-Versand, den Masseverwaltern und Lenz gearbeitet. Es soll ausgelotet werden, ob und unter welchen Bedingungen der von Otto erworbene Markenname weiter verwendet werden kann. Das ist für Lenz eine Bedingung für ein Angebot. Er arbeitet an einem Konzept, das 600 Jobs bei Quelle in Linz erhalten könnte.

Der Abverkauf ist jedenfalls sehr gut angelaufen. Bereits am ersten Tag wurden bereits 70.000 der insgesamt rund 600.000 Artikel bestellt.

Krisengipfel
Gleichzeitig mit dem Start des Abverkaufs traf sich Montag früh Witschafts-Landesrat Viktor Sigl mit AMS, Wirtschafts- und Arbeiterkammer sowie dem Quelle-Betriebsrat zum zweiten Mal zu einem Gipfelgespräch über die Insolvenzstiftung, die gekündigte Quelle-MitarbeiterInnen bei Höherqualifizierungen oder Umschulungen unterstützen soll.

Etwa 600 haben sich dafür angemeldet. "Das sind alle, die sich grundsätzlich dafür interessieren", erklärt Betriebsratsvorsitzender Felix Hinterwirth: "Tatsächlich werden es weniger, weil viele neue Jobs bekommen." 200 Angebote gibt es schon in der Job-Börse, die bei Quelle eingerichtet wurde.

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