Mo, 20. November 2017

Glanz und Glamour

27.11.2009 14:57

Gerührte Winslet und cooler Waltz bei Bambi-Verleihung

Eine zu Tränen gerührte Kate Winslet, ein cooler Christoph Waltz, der über einen kleinen Fauxpas bei der Laudatio lässig hinwegsah, und eine bezaubernde Ministergattin Stephanie zu Guttenberg: Die 61. Bambi-Verleihung bot am Donnerstagabend neben viel Prominenz vor allem Emotionen. Mit dem 20. Jahrestag der deutschen Einheit hatte der Medienpreis heuer einen roten Faden, der sich durch die Gala zog.

Für Glamour sorgten in Potsdam, wo die Gala stattfand, vor allem die internationalen Stars: Die Ehrung der in der Kategorie Internationaler Film ausgezeichneten Schauspielerin Kate Winslet durch den Schweizer Schauspieler Bruno Ganz wurde gar zu einem eigenen kleinen Schauspiel.

Eindrücke und Einblicke von der Gala findest du in der Infobox!

Ganz, der zusammen mit der Britin in "Der Vorleser" spielte, schmeichelte Winslet mit einem "Kate, you are so beautiful" und hob die außergewöhnliche Karriere der erst 34-Jährigen hervor. "Trotzdem bist du so ein warmherziger, bescheidener Mensch geblieben", rührte der Laudator Winslet zu Tränen. Anschließend sank diese vor dem Schweizer in die Knie - um mit einem gewinnenden Lächeln ebenfalls Komplimente zu machen. Ihr junger deutscher Filmpartner sei "atemberaubend" gewesen. "Deswegen möchte ich meinen Bambi mit David Kross teilen."

Winslet war im Februar 2009 für ihre Rolle in "Der Vorleser" mit dem Oscar als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet worden.

Waltz wird als Oscar-Nominierter angekündigt
Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz wurde für seine großartige Leistung in der Darstellung des NS-"Judenjägers" Hans Landa" in dem Film "Inglorious Basterds" mit dem "Bambi" als bester internationaler Schauspieler ausgezeichnet. Ein kleiner Fauxpas passierte bei der Laudatio: Obwohl die Oscar-Nominierungen erst Ende Jänner bekannt gegeben werden, wurde Waltz bereits zum Nominierten erklärt. Er nahm's lässig. Schaute nur kurz ein wenig kritisch und ließ sich dann ohne Bahö das goldene Tierchen übergeben, um schnellstens wieder von der Bühne zu verschwinden. Cool!

Deutsche Einheit im Mittelpunkt
Noch deutlich stärker als die Kulturschaffenden stand die deutsche Einheit im Mittelpunkt. Verleger Hubert Burda wollte allen voran Helmut Kohl ehren, die Auszeichnung des Altkanzlers mit einem Millennium-Bambi stand bereits im Vorfeld fest. Wegen seiner nach einem Sturz im Februar 2008 nach wie vor angeschlagenen Gesundheit konnte Kohl nicht in Potsdam anwesend sein. In einem eingespielten Film zeigte sich der 79-Jährige bewegt. Der Bambi solle ihn daran erinnern, woher er komme und welchen Weg er gegangen sei. "Wir haben Friede und mehr kann man überhaupt nicht erwarten. Dafür bin ich ganz besonders dankbar", sagte Kohl, der sehr konzentriert wirkte, dem aber das Sprechen schwer fiel.

Friedensgebete-Pfarrer als stiller Held geehrt
Einen Bambi als stille Helden erhielten der Pfarrer Christoph Wonneberger und die beiden Filmemacher Siegbert Schefke und Aram Radomski. Wonneberger hatte als Pfarrer in der Leipziger Nikolaikirche die Friedensgebete initiiert, aus denen später die Montagsdemonstrationen entstanden. Schefke und Radomski filmten heimlich die Demonstrationen und spielten das Material westdeutschen Journalisten zu.

"Romy" bekam "Bambi" als beste Darstellerin
Der begehrte Publikums-Bambi durch die Fernsehzuschauer ging an den ZDF-Dreiteiler "Krupp - Eine deutsche Familie" als das Fernsehereignis des Jahres. Als beste Schauspielerin wurde Jessica Schwarz für ihre Hauptrolle im Film "Romy" über Romy Schneider, Edgar Selge wurde für seine Rolle in "Jenseits der Mauer" ausgezeichnet. Bester deutscher Film wurde "Wickie und die starken Männer" von Michael "Bully" Herbig. Schauspieler Maximilian Schell bekam den Preis für sein Lebenswerk.

Weitere Bambis gingen unter anderem an den Modemacher Wolfgang Joop, Sängerin Shakira, die Band Silbermond sowie in der Kategorie Wirtschaft an den scheidenden Manager des FC Bayern München, Uli Hoeneß.

Guttenberg-Gattin verzaubert alle
Die Laudatio für Hoeneß sollte eigentlich der deutsche Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) halten. Dieser musste nach der neuen Entwicklung um den von der Bundeswehr angeordneten Luftangriff in Afghanistan kurzfristig absagen. Stattdessen schickte er seine Frau Stephanie mit seinem Redemanuskript. "Denken Sie sich einfach den Verteidigungsminister in dieses Abendkleid", sagte die Ministergattin und rettete so ihre unglückliche Situation als aus der Not geborene Laudatorin. Ihr Auftritt war eindeutig der Höhepunkt des Abends, denn die schöne Schwedin und Mutter von zwei Töchtern bezauberte nicht nur mit ihrer natürlichen Art zu sprechen, sondern auch mit ihrer Eleganz und dem strahlenden Lächeln. Sollte "Germany's next Kanzlergattin" gesucht werden, ist sie vermutlich der heißeste Tipp...

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