Sa, 18. November 2017

Steuer soll her

25.11.2009 16:31

Landespolitik will Glücksautomaten erlauben

Der spielsüchtige Bankräuber von Münzbach und der spielsüchtige Autobetrüger aus Wels sind nur zwei der zahlreichen Opfer von einarmigen Banditen, denen die Landespolitik nun den Kampf ansagt: Das wirkungslose Verbot wird aufgehoben und eine empfindliche Steuer eingeführt, um Glücksautomaten zu ruinieren und zu reduzieren.

Während Oberösterreich das "kleine Glücksspiel" außerhalb der Casinos 1993 verboten hat, verdienen unsere Nachbarländer mit den gleichen legalen Automaten jedes Jahr zweistellige Millionensteuern. "Damit regelt sich der Markt, weil die weniger lukrativen Apparate von weniger attraktiven Standorten verschwinden", freuen sich die zuständigen Spitzenbeamten im Linzer Landhaus über die Einigung der Politparteien im Regierungsübereinkommen: Im kommenden Jahr sollen geschätzte 3.500 Geldspielapparate legalisiert, überwacht und besteuert werden.

Steuerdruck soll erhöht werden
Wenn möglich  bundesweit einheitlich, denn bisher sind die Tarife recht unterschiedlich: Während Wien pro Gerät und Monat 1.400 Euro kassiert, begnügen sich die Kärntner und Steirer mit knapp einem Drittel. Oberösterreich will den Steuerdruck auf die Automatenbranche stufenweise erhöhen, es aber letztlich  Niederösterreich gleichtun, wo ein Glücksspielautomat monatlich einen Tausender kostet.

Damit ließen sich hierzulande freilich nur dann satte 42 Millionen Euro jährlich einnehmen, wenn die geschätzte Anzahl der einarmigen Banditen nicht reduziert wird. Aber mit zehn Millionen Euro "erhöhter Lustbarkeitsabgabe" rechnet man schon: Damit könne man sich locker drei fachkundige Kontrollorgane leisten, die jede Manipulation an den Automaten – und jede Betrügerei am Kunden und Fiskus – aufdecken können.

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