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25.11.2009 14:04

Politiker in Polen grinsen als Heilige von Kirchenfenstern

Wenn sich die Einwohner von Dargoslaw in ihrer renovierten Kirche umsehen, fällt manchen das Beten schwer. Denn in der Gestalt von Heiligen blicken von den bemalten Glasfenstern mehrere Lokalpolitiker auf sie herab. "Das schreit doch zum Himmel", schimpfen nicht wenige Bewohner des polnischen 323-Seelen-Dorfes in Westpommern.

Die Lokalpolitiker grinsen nicht nur frech von den Fenstern auf die Gläubigen herab. Ihre Gesichter ziert noch dazu ein Heiligenschein. Im Gewand des Heiligen Markus tritt Wiktor Iwaniec, der ehemalige Bürgermeister der Gemeinde, auf. Der Ortsvorsteher Zbigniew Kruk gefällt sich als Apostel Johannes. Der Abgeordnete des Bezirksrats, Bogdan Lakomy, schlüpft in das Gewand des Evangelisten Lukas.

Der Pfarrer der Gemeinde, Radoslaw Urban, sagte der Internet-Zeitung "Glos Szczecinski", die auf diese Weise "geehrten" Persönlichkeiten hätten für die Erneuerung der Kirchenfenster gespendet. Er versicherte aber, die Porträts der Politiker seien nur aufgeklebt und könnten wieder entfernt werden.

"Das ist meine Sache, wem ich Geld gebe"
Die falschen Heiligen wollen nicht Stellung nehmen. "Das ist meine Sache, wem ich Geld gebe", so Ex-Bürgermeister Iwaniec. Die meisten Dorfbewohner seien wütend, hielten aber lieber still, schreibt "Glos Szczecinski". Schließlich wolle es sich keiner mit den Politikern oder gar dem Pfarrer verderben.

Symbolbild

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