Sa, 18. November 2017

Interview-Doppel

22.11.2009 14:36

Joss Stone & Norah Jones: Zwei Ladys erfinden sich neu

Joss Stone und Norah Jones: Zwei Erfolgs-Ladys der Musikwelt wollen nicht länger das machen, was man von ihnen erwartet. Die beiden sind erwachsen geworden und haben dabei einen neuen Sound gefunden. Den präsentieren sie jetzt auf ihren aktuellen Alben "Colour Me Free" und "The Fall". Die "Krone" und krone.at sprachen mit den beiden Damen über ihr neues Selbstbewusstsein.

Joss Stone (li.) und Norah Jones (re.) – schön, stimmgewaltig und selbstsicher. Die beiden haben ihren Kopf durchgesetzt und klingen jetzt genauso, wie sie es wollten – reinreden durfte bei ihnen keiner mehr. Sie hat weltweit die Hotellobbys erobert, von Peking bis Los Angeles plätschert ihr sanfter Pop-Jazz anreisenden Gästen entgegen. Ihr Erfolgsalbum "Come Away With Me" ist der harmlose Stimmungsmacher, auf den sich Mann und Frau beim ersten Date einigen können. Dass Norah Jones eigentlich auf Tom Waits steht, hat sie bis dato gut versteckt.

Damit ist jetzt Schluss! Für ihr neues Album "The Fall" hat sie auf den Weichspülergang verzichtet und zeigt sich von ihrer raueren, dunkleren Seite. "Es war der richtige Zeitpunkt für mich, einmal etwas anderes, Neues auszuprobieren. Ich hatte schon längere Zeit Ideen für einen anderen Sound im Kopf, jetzt habe ich diese endlich realisiert", erklärt sie im "Krone"-Interview. "Meine Fans werden vermutlich etwas überrascht sein, aber sie werden mich und meine Musik trotzdem wiedererkennen. Auch ich muss wachsen. Sonst wird es irgendwann langweilig." Düstere Klänge haben sich auch deswegen über das Album gelegt, weil Norah Jones in ihren Liedern die Trennung von ihrem Langzeit-Lover, dem Bassisten Lee Alexander verarbeitete. Das gebrochene Herz war aber nicht schuld daran, dass sogar ihre Stimme eine dunklere Tönung hat: "Ich war wegen einer Allergie total verschnupft und habe trotzdem versucht zu singen. Die Stimme hat super zum Sound gepasst", lacht sie.

Wenn Norah Jones den einen oder anderen mit ihrem neuen Stil vergraulen sollte, kann sie damit leben. "Dem einen wird das Album besser gefallen, dem anderen weniger, so ist das eben in der Musikwelt." Die weltweite Beschallung von Hotellobbys hat ihr ohnehin die finanzielle Unabhängigkeit gebracht, um sich nicht mehr nach dem Massengeschmack zu richten. Am liebsten versteckt sich die 30-Jährige sowieso in anonymen Jazz-Clubs, in denen sie als unbekannter Teil einer Band einfach Musik machen kann.

Zwei Jahre im Clinch mit der Plattenfirma
Nicht ganz so sanft hat Joss Stone ihren neuen Sound durchgesetzt. Das einstige Wunderkind, das mit 16 Jahren seinen Siegeszug mit Soul-Songs antrat, wurde von seiner Plattenfirma langsam auf den amerikanischen Massengeschmack hingetrimmt. Doch das wollte die jetzt 22-Jährige nicht hinnehmen. Zwei Jahre lieferte sie sich einen Kampf mit dem Label, bis sie ihren Kopf schließlich durchsetzte und das Album "Colour Me Free" so rausbringen konnte, wie sie es sich vorstellte. Sie hat an ihren funkigen Sound geglaubt – und wollte sogar schon ihr Landhaus im englischen Devon verkaufen, um selbst für die Produktionskosten aufkommen zu können. "Ich wollte nicht einmal mehr Geld verdienen mit dem Album, Hauptsache keiner bastelt an meiner Musik herum", sagt sie. Joss Stone hält jetzt selbst die Fäden ihrer Karriere in der Hand, sogar ihre Mutter hat sie als Managerin gefeuert. Allerdings ohne böse Hintergedanken: Sie will wieder eine Mami haben, keine Geschäftspartnerin.

Auch in ihrem Privatleben scheint Joss Stone Angst vor Bindungen zu haben. Doch im Gegensatz zu ihrer beruflichen Freiheit macht sie die private nicht ganz so glücklich. "Männer sind gemein", stellt sie im krone.at-Interview klar. "Mir passiert mit Männern immer das Gleiche: Er ist nett, wir verlieben uns – aber sobald die Aufmerksamkeit etwas größer wird, bekommt er Angst. Ich schreibe über jede unglückliche Beziehung einen Song, das macht es mir leichter zu verzeihen. Sie haben mir zwar das Herz gebrochen, aber dafür habe ich eine Hit bekommen", lacht sie. "Diese Methode bringt mir gute Musik, aber leider keinen Mann."

Von Franziska Trost und Christoph Andert (Joss-Stone-Interview)

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