Mo, 18. Dezember 2017

Paramore

16.11.2009 15:34

Auch Riot-Girls werden älter: "brand new eyes"

Die Pubertät ist eine schwere Zeit. Wenn man wie Haley Williams, Frontfrau der US-Alternativekombo Paramore, bereits im zarten Alter von 16 einen Plattenvertrag in der Tasche hat und auf der Bühne steht, gibt man sich dementsprechend rebellisch. Doch auch Riot-Girls werden irgendwann erwachsen, wie auf "brand new eyes", dem inzwischen dritten Album der Band aus Tennesse, deutlich zu hören ist.
"Hayley hasst das Wort 'erwachsen', aber ich denke, es passt zum Album, denn es steckt offensichtlich voller Wachstum und Reife", erklärt Gitarrist Josh den Wandel vom aufrührerischen Platin-Album "Riot!" zu Paramores neuestem Werk. Die angesprochene Reife findet vor allem in einigen recht deutlich mit dem Mainstream liebäugelnden Pop-Rock-Hymnen Ausdruck, was der über die Jahre gewachsenen Popularität der Band geschuldet sein dürfte.

Befürchtungen, dass Haley und ihre Mannen nun ganz und gar dem Kuschelrock verfallen sein und auf "brand new eyes" in Gewässern fischen könnten, in denen sonst nur Rock-Sternchen wie Kelly Clarkson oder Miley Cyrus beheimatet sind, bewahrheiten sich glücklicherweise jedoch nicht. Dafür sind sowohl Haleys Stimme als auch ihre Texte viel zu charismatisch.

Bereits der Opener "Careful" sowie die erste Single "Ignorance" machen hörbar, wofür Paramore standen und immer noch stehen: jede Menge treibende Energie und ein Gespür für eingängige, aber keineswegs platte Melodien, die sich dank Haleys kräftigem Stimmorgan bereits nach dem ersten Durchhören ins Ohr einbrennen. Trotz der bereits angesprochenen Pop-Ambitionen gelingt es der 20-Jährigen stets, jedem Song ihre ganz persönliche, leicht melancholische Note zu verleihen.

Am besten zum Vorschein kommt diese in den beiden größtenteils von akustischen Gitarren begleiteten Balladen "The only exception" und "Misguided ghosts", mit denen die übrigens 2008 vom britischen Musikmagazin "Kerrang" zum "Sexiest Female" gekürte Haley auch ihre Vielschichtigkeit unter Beweis stellt.

Am Ende ist es aber ganz egal, ob rotzfreche Rockgöre oder nachdenkliche Songwriterin: Haley, und natürlich auch den Rest der Band, muss man einfach mögen. Und angesichts des noch recht jungen Alters der Band ist gewiss, dass es dafür noch ausreichend Gelegenheit geben wird.

Fazit: 8 von 10 reiflich rebellierenden Punkten

von Sebastian Räuchle

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