Mo, 21. Mai 2018

Silver League und Co.

16.05.2018 21:10

Mutige Volleyball-Nationalteams wollen hoch hinaus

Die Erfolge österreichischer Volleyballer bei ihren ausländischen Vereinen haben in der abgelaufenen Saison eine davor noch nicht gesehene Stufe erreicht: ÖVV-Asse wurden mit ihren Klubs national Supercup-Sieger, Cup-Sieger oder Meister und kamen auch auf das Europacup-Podest. Ab Samstag gilt es, diese neue Qualität in den Nationalteams umzusetzen - in der Silver European League und der EM-Qualifikation!

„Der Weg der letzten Jahre hat uns dahin gebracht, dass wir zwei Nationalteams haben, die vieles erwarten und erhoffen lassen“, bezog sich ÖVV-Präsident Gernot Leitner am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien auf die lange Aufbauarbeit in Österreichs Verband. Bei den ÖVV-Herren arbeitet Coach Michael Warm seit acht Jahren daran. Mit Beginn im August und Abschluss im Jänner soll mit dem EM-Ticket die lang ersehnte Qualifikation für ein Großereignis geschafft werden. Sein Kader vervollständigt sich erst dieser Tage nach der am Mittwoch erfolgten Anreise zum European-League-Auftakt in Klagenfurt. Alexander Berger etwa war noch am Sonntag mit Perugia in Kasan beim Final Four der Champions League im erfolgreich gestalteten Bronze-Match im Einsatz, reist am Donnerstag nach. Noch mit einem Rumpf-Kader wurden in der vergangenen Woche in der Ukraine inoffizielle Testspiele gegen die Ukrainer sowie gegen Weißrussland bestritten.

„Solche Partien sind auf jeden Fall wertvoller als nur Trainings“, meinte der Deutsche. Dennoch sei es eine Herausforderung, die bei den Klubs erfolgreichen Spieler nun in so kurzer Zeit im Nationalteam zu einer neuen Einheit zu formen. „Das Jahr ist für unsere Spieler aber sensationell verlaufen, und das ist natürlich eine super Basis“, erklärte der 50-Jährige. Auftaktgegner in der Silver European League ist Lettland, weitere Gegner sind Mazedonien und Kosovo. Nach zwei Monaten Pause, in der nach dem intensiven Spieljahr auch Regenerationsmaßnahmen gesetzt werden (müssen), geht es in der EM-Quali gegen Kroatien, Portugal und Albanien. „Wir waren schon vor zwei Jahren in der EM-Qualifikation und auch im Vorjahr in der WM-Quali an der großen Sensation dran“, erinnerte Warm. „Aber jetzt hat man gespürt, alle haben nur das klare Ziel: Wir wollen zur EM (im September 2019, Anm.). Dem ist alles untergeordnet, das ist unsere Priorität.“

In der Silver European League wird nach je einem Heim- und Auswärtsspiel am 15./16. Juni in Skopje das Final Four ausgetragen. Aus der Österreich-Gruppe A ist da Mazedonien als Finalveranstalter fix dabei und damit nur noch ein weiterer Platz frei. Nach derzeitigem Regulativ steigt der Gewinner der Silver League in die Golden League 2019 auf. Dass nicht schon heuer „in Gold“ gespielt wird, liegt daran, dass die Erfolge 2017 für die Welt-, aber nicht die Europarangliste gezählt haben. Svetlana Ilic coacht die ÖVV-Damen erst seit zwei Jahren, dennoch schielt sie auch ein wenig auf das EM-Ticket. „Das ist sicher unser Hauptziel“, meinte die Serbin. „Aber auch die Silver League ist wichtig, um Erfahrungen zu sammeln und um uns den Stellenwert in Europa zu verbessern.“ Siege im vergangenen Jahr gegen Albanien und Georgien hätten den Aufwärtstrend bewiesen. „Das Final Four der Silver League wäre ein nächster großer Schritt.“

Die Heim-Events der ÖVV-Teams in der European League werden in Doppelveranstaltungen gespielt. Am Pfingstsamstag ist der Sportpark Klagenfurt Schauplatz, am 30. Mai Amstetten sowie am 2. Juni Enns. Für die ÖVV-Damen geht es jeweils in den ersten Partien gegen Israel, die Schweiz und Albanien. Und auch in der EM-Quali wird es zu Doppelpacks kommen, und zwar in Steyr (15. August), Zwettl (25. August) sowie im noch in Bau befindlichen Sportpark Graz (5. oder 6. Jänner). Berger äußerte sich stellvertretend für seine Kollegen zuversichtlich. „Alle unsere Spieler haben wichtige Rollen bei ihren Klubs gespielt, haben Titel gewonnen. Wir werden jetzt versuchen, das zu bündeln und bestmöglich umzusetzen“, erläuterte der Ehemann von Ex-Schwimmstar Mirna Jukic. Ähnlich argumentierte Paul Buchegger, Challenge-Cup-Sieger mit Ravenna: „Das ist jetzt eine ganz andere Herausforderung. Wir wollen das jetzt aufs Feld bringen und die EM-Quali schaffen.“

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