Fr, 25. Mai 2018

Amazon erzürnt

15.05.2018 10:52

Kampf der Obdachlosigkeit: Seattle besteuert Jobs

Die Amazon-Heimatstadt Seattle führt eine umstrittene neue Steuer ein, bei der größere Unternehmen jährlich 275 Dollar (rund 230 Euro) pro Mitarbeiter zur Bekämpfung der Obdachlosigkeit zahlen müssen. Der Stadtrat nahm in der Nacht auf Dienstag einen von Bürgermeisterin Jenny Durkan ausgehandelten Kompromissvorschlag an - statt der ursprünglich angepeilten 500 Dollar pro Mitarbeiter.

Die Steuer soll ab 2019 rund 47 Millionen Dollar jährlich bringen und ist zunächst auf fünf Jahre angesetzt. Amazon kommt mit seinen 40.000 Mitarbeitern in der Stadt auf einen Betrag von rund elf Millionen Dollar pro Jahr. Der Online-Händler hatte aus Protest gegen die Steuerpläne den Bau eines neuen Gebäudes in der Stadt gestoppt. Jetzt werden die Arbeiten allerdings fortgeführt, auch wenn sich Amazon enttäuscht zeigte. Man hinterfrage einen weiteren Ausbau in Seattle, teilte das Unternehmen mit. Der Konzern ist bereits seit Monaten auf der Suche nach einem Standort für ein zweites US-Hauptquartier.

Die Steuer gilt für Unternehmen mit einem jährlichen Umsatz von über 20 Millionen Dollar. Bezahlt werden muss auf jeden Beschäftigten, der mindestens 1920 Stunden pro Jahr arbeitet. Nach Schätzungen des Stadtrats werden rund 585 Arbeitgeber davon betroffen sein - etwa drei Prozent aller Unternehmen in Seattle.

In der Stadt war zuletzt die Zahl der Obdachlosen stetig gewachsen, als ein Grund dafür wird der Anstieg der Mietpreise gesehen, weil Seattle zunehmend zum Standort für Tech-Unternehmen wird.

 krone.at
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