Mode, Zeit, Transfer

Wer braucht schon Geld? Tauschhandel blüht in Wien

In der heutigen Wegwerfgesellschaft, in der Kleidung nach einer Saison einfach entsorgt wird, weil sie nicht mehr „in“ ist und nichts gekostet hat, ist es an der Zeit, sich von dem Überfluss zu trennen oder Gutes damit zu tun. Das schont nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt. In einer Welt, lange vor unserer Zeit, war tauschen statt zu kaufen üblich. Nun wird diese Art des Handels auch in Wien immer beliebter.

Das ganze Regal im Wohnzimmer ist voller Bücher, die man bereits gelesen hat. Bevor man sie ein zweites Mal liest, kauft man sich natürlich lieber ein neues und so wird das Regal immer voller, der Platz immer weniger. Was tut man? Die literarischen Meisterwerke wegwerfen? Natürlich nicht. Der Großeinkauf dimmert im Kühlschrank vor sich hin, weil man aufgrund von Überstunden nicht zum Kochen gekommen ist. Was tut man? Wegschmeissen? Auf keinen Fall. Man kann einfach anderen Menschen damit eine Freude machen. Der Tauschhandel blüht derzeit in Wien. City4U hat einige Tausch-Hotspots herausgesucht:

#Kleidung

Die Bluse gefällt nicht mehr? Bevor man sie wegschmeisst und eine neue kauft, kann man sie bei einer Swap-Party gegen ein Kleidungsstück eintauschen, das einem zusagt. So sind beide Seiten dank neuer Klamotten glücklich und tragbare Textilien bleiben weiterhin im Umlauf, anstatt vernichtet zu werden.

#Lebensmittel

Fair-Teiler sind Kühlschränke, die in diversen Lokalen, Geschäften oder öffentlichen Gebäuden bereitstehen. Lebensmittel die man selbst nicht mehr braucht, die aber noch genießbar sind, können in einem der 33 Fair-Teiler in Wien abgegeben werden. Weiters sammeln Freiwillige der Initiative Food Sharing Lebensmittel direkt bei Händlern ein, die ansonsten in der Mülltonne landen würden und bringen sie zu den Kühlschränken. Die Fair-Teiler sind generell zu den Öffnungszeiten des jeweiligen Standortes zugänglich. Eine Liste mit den Standorten gibt es hier.

#Spiele

PC-Spiele sind, wenn man sie neu kauft, eine teure Angelegenheit. Vor allem wenn man gerne und viel zockt und alle Levels in Rekordzeit durchspielt. Dabei muss man nicht tief in die Tasche greifen, um neue Games zu ergattern. Bei Games Connect im Donauzentrum kann man seine alten Spiele schätzen lassen und für den Gegenwert ein neues mit nach Hause nehmen.

#Gebrauchsgegenstände

In der Wohnung wird etwas kaputt, aber man hat nicht das passende Werkzeug parat und möchte sich kein teures kaufen? Kein Problem. Im Leihladen Leila im 15. Bezirk kann man gegen einen kleinen Jahresbeitrag Gegenstände gratis ausleihen. Neben Werkzeug stehen auch Kameras, Sportgeräte, Küchenutensilien, Faschingsverkleidungen und Computerzubehör zum Verleih bereit. Es werden übrigens auch Mitmach-Tage organisiert. Nimmt man daran teil, spart man sich sogar die Mitgliedsgebühr.

#Bücher

Zum Wiener Stadtbild gehören sie fast schon: Die Bücherboxen der Initiative Offener Bücherschrank. Hier kann man Lesestoff, den man nicht mehr benötigt hineinlegen und sich ein Interessantes nehmen. Die Bücherboxen sind rund um die Uhr zugänglich und in mehreren Bezirken aufgestellt.

Mai 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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