Di, 22. Mai 2018

63. Song Contest:

13.05.2018 00:59

Israel gewinnt in Lissabon, Österreich auf Platz 3

Israel hat den 63. Eurovision Song Contest gewonnen. Netta holte sich Samstagnacht mit 529 Punkten den Titel in der Altice Arena in Portugals Hauptstadt Lissabon. Österreichs Kandidat Cesar Sampson kam mit 342 Punkten und seinem Lied „Nobody But You“ auf den 3. Platz - nachdem er die Wertung der Expertenjurys klar gewonnen hatte.

Netta ist mit „Toy“ Nachfolgerin von Vorjahressieger Salvador Sobral, der 2017 mit „Amar Pelos Dois“ in Kiew triumphiert hatte. Das Stockerl zwischen Israel und Österreich komplettierte Zypern mit Eleni Foureira und „Fuego“.

Sensationeller erster Platz bei der Jury
Österreichs Song-Contest-Vertreter Cesar Sampson hat vom Publikum 71 Punkte beim Wettbewerb 2018 in Lissabon bekommen, was einen guten Mittelfeldplatz bedeutet hätte. Von den Fachjurys gab es zuvor aber 271 Punkte und damit den eindeutigen ersten Platz von 26 Teilnehmern. In Summe ergab sich mit 342 Punkten Platz 3.

Sampson war nach der guten Platzierung selbst fassungslos: „Es war der reine Wahnsinn. Kann mir niemand erzählen, dass er auf so etwas vorbereitet ist.“ Das Jury-Voting zu gewinnen sei überwältigend. Vieles habe zusammengestimmt, es habe sehr viele gute Zutaten gegeben, erklärt der Linzer. Zudem habe er sich Schritt für Schritt verbessert.

„Lediger Sohn von Manson und Nosferatu“
Der Auftritt von Singer-Songwriter Melovin bildete den Auftakt des Final-Abends. Der schwarzhaarige 21-Jährige aus Odessa versprühte einen Hauch von Dracula-Mystik, was nicht zuletzt daran liegt, dass er am rechten Auge stets eine hellere Kontaktlinse trägt. „Der ledige Sohn von Marilyn Manson und Nosferatu“, kommentierte ORF-Moderator Andi Knoll.

Als Zweite gingen die Spanier Alfred und Amaia ins Rennen und gaben die Ballade „Tu Cancion“, die von der ersten großen Liebe handelt. Zur 19-Jährigen Sängerin fiel jemandem ein: Die spanische Antwort auf Emma Watson. 

Nach dem spanischen Schmachtgesang brachte Sloweniens Teilnehmerin Lea Sirk wieder etwas Schwung in die Bude. Ihr Haar erinnerte zudem viele an Rapunzel. Ihr folgte der Auftritt von Ieva Zasimauskaite aus Litauen. Als sechste Starterin entführte die Lettin Elina Netsajeva in die Welt der Oper. La forza" heißt ihr Song. Noch mehr beeindruckte ihr Kleid. Es misst satte 53 Quadratmeter und hätte auch im Science-Fiction-Film „Das fünfte Element“ zu sehen gewesen sein können.

Für Norwegens Alexander Rybak mit Startnummer Sieben war es der zweite ESC-Antritt. Beim ersten Mal hat der Mann mit der Geige gewonnen. Claudia Pascoal mit dem Song „O jardim“ (dt.: "Der Garten) besang für Portugal den Verlust ihrer Großmutter. 

Querulant stört britischen Auftritt
Riesenapplaus gab es für die Britin SuRie. Ihr Auftritt wurde von einem Störenfried unterbrochen, der ihr das Mikrofon aus der Hand riss. Zuerst hieß es, er soll auf Portugiesisch etwas über den Brexit gebrüllt haben. Später teilte die BBC mit, der Mann habe geschrien: „For the nazis of the UK media, we demand freedom" (Für die Nazis der britischen Medien: Wir verlangen Freiheit!). 

Der Mann wurde aber in Rekordzeit von mehreren Security-Mitarbeitern von der Bühne gezerrt. Die BBC ließ im Laufe der Show zur „SuRie-Situation“ ebenfalls wissen, man habe der Sängerin angeboten, ihren Auftritt zu Wiederholen. Dies habe sie aber abgelehnt. Sie und ihr Team seien „extrem stolz auf ihre Performance“ und haben entschieden, „dass es keinen Grund gibt, den Song noch einmal aufzuführen.“

Ohne Störung über die Bühne bringen konnten danach Serbiens Sanja Ilic & Balkanika mit „Nova deca“ und Deutschlands Michael Schulte mit seinem gefühlvollen„You Let Me Walk Alone“ ihre Auftritte. Mit „Mall“ von Eugent Bushpepa aus Albanien wurden dann rockigere Töne angeschlagen. Es folgte die französische Elektropop-Nummer "Mercy“ des Duos Madame Monsieur. Mikolas Josef startete für Tschechien mit dem selbst geschriebenen Song „Lie To Me“.

Der Däne Rasmussen mit seinem Song „Higher Ground“ bediente danach jedes Wikinger- bzw. Nordmännerklischee, das es jemals gab. „Was wurde aus dem schrecklichen Sven", fragte ORF-Kommentator Andi Knoll in die Runde. Auf Twitter dachten die ESC-Fans eher an Tormund aus „Game of Thrones“. Jessica Mauboy lieferte dann australischen Glamour im Glitzerfummel als Kontrastprogramm.

Es folgten die Auftritte der Finnin Saara Aalto mit „Monsters“. Für Bulgarien versuchten Equinox mit „Bones“ ihr Glück. Für Moldau starteten die DoReDos mit „My Lucky Day“. Schwedens „Justin Timberlake“ Benjamin Ingrosso brachte sein „Dance You Off“ ebenfalls über die Bühne.  AWS, eine fünfköpfige, im ungarischen Raum sehr erfolgreiche Metal-Hardcore-Band, behandelte in „Viszlat Nyar“ das Thema Sterben, bevor die spätere Siegerin Netta „dumme Buben“ mit ihrem „Toy“ kräftig ausschimpfte.

Der Mann, der für die Niederlande die Bühne betrat, ist Song-Contest-Fans bestens bekannt. Waylon, mit bürgerlichem Namen Willem Bejerk, landete 2014 in Kopenhagen gemeinsam mit Ilse DeLange unter dem Bandnamen The Common Linnets hinter Conchita auf Rang zwei. Mit „Outlaw In‘ Em“ versuchte der 38-Jährige an den Erfolg anzuknüpfen. Ryan O’Shaughnessy trat nach ihm mit „Outlaw I ‘Em“ für Irland an - eine Art Geheimfavorit. Buchmacher-Liebling Eleni Foureira sorgte mit „Fuego“ für Zypern für viel Sex-Appeal und Feuer auf der Bühne, bevor Italiens Ermal Meta und Fabrizio Moro mit „Non Mi Avete Fatto Niente“ das Wettsingen beendeten.

Hier sind alle 26 Teilnehmer des Finales mit ihren Songs zum Reinhören: 

1. Ukraine: MELOVIN mit „Under The Ladder“

2. Spanien: Amaia y Alfred mit „Tu Canción“

3. Slowenien: Lea Sirk mit „Hvala, ne!“

4. Litauen: Ieva Zasimauskaite mit „When We‘re Old“

5. Österreich: Cesar Sampson mit „Nobody But You“

6. Estland: Elina Nechayeva mit „La Forza“

7. Norwegen: Alexander Rybak mit „That‘s How You Write A Song“

8. Portugal: Claudia Pascoal mit „O Jardim“

9. Großbritannien: SuRie mit „Storm“

10. Serbien: Sanja Ilic & Balkanika mit „Nova deca“

11. Deutschland: Michael Schulte mit „You Let Me Walk Alone“

12. Albanien: Eugent Bushpepa mit „Mall“

13. Frankreich: Madame Monsieur mit „Mercy“

14. Tschechien: Mikolas Josef mit „Lie To Me“

15. Dänemark: Rasmussen mit „Higher Ground“

16. Australien: Jessica Mauboy mit „We Got Love“

17. Finnland: Saara Aalto mit „Monsters“

18. Bulgarien: Equinox mit „Bones“

19. Moldawien: DoReDoS mit „My Lucky Day“

20. Schweden: Benjamin Ingrosso mit „Dance You Off“

21. Ungarn: AWS mit „Viszlat nyar“

22. Israel: Netta mit „Toy“

23. Niederlande: Waylon mit „Outlaw In ‘Em“

24. Irland: Ryan O‘Shaughnessy mit „Together“

25. Zypern: Eleni Foureira mit „Fuego“

26. Italien: Ermal Meta e Fabrizio Moro mit „Non Mi Avete Fatto Niente

Kronen Zeitung

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