Di, 22. Mai 2018

Andere Umgangssprache:

10.05.2018 18:21

Fünftel der Schüler redet im Alltag nicht Deutsch

Jeder fünfte Schüler in Oberösterreich (exakt sollen es 20,6 Prozent sein ) verwendet im Alltag eine andere Umgangssprache als Deutsch, gibt der private Wiener Thinktank „Agenda Austria“ nach Auswertung diverser statistischer Daten an. Damit soll belegt werden, wie wichtig eine möglichst frühe Deutschförderung ist.

Österreichweit differiert der Anteil der Schüler mit nicht-deutscher Umgangssprache sehr; in Kärnten beträgt er nur 14,7 Prozent, in Wien aber 51,2 Prozent. Oberösterreich liegt mit seinen 20,6 Prozent im oberen Drittel der Bundesländer ohne Wien. Doch auch innerhalb des Bundeslandes sind die Anteilsunterschiede sehr hoch, zeigt eine interaktive Landkarte auf der Website www.agenda-austria.at.

Hohe Nichtdeutsch-Anteile im Zentralraum
Im „Hotspot“ Wels, zum Beispiel, sprechen 33,91 Prozent der Schüler im Alltag eine andere Umgangssprache als Deutsch. Heruntergebrochen auf Schultypen heißt das: Volksschulen 64,91 Prozent; Neue Mittelschulen 68,66 Prozent; AHS 17,48 Prozent. Etwas niedriger sind die Zahlen in Linz, wo quer über die Schultypen 28,17 Prozent Deutsch nicht als Alltagssprache benutzen. Auch die Gemeinden zwischen Linz und Wels, beginnend mit Leonding, Traun, Ansfelden haben enorm hohe Nichtdeutsch-Anteile.

38 Gemeinden sprechen nur Deutsch
Demgegenüber findet man vor allem im Mühlviertel etliche Gemeinden mit Anteil null oder kaum nennenswert. Insgesamt sind es 38 Gemeinden mit 100 Prozent Umgangssprache Deutsch.

Sprachliche Frühförderung ist wichtig
Das Institut  Agenda Austria leitet aus den Zahlen ab, wie wichtig sprachliche Förderung schon vor dem Schuleintritt sei. Und danach seien die von der Bundesregierung geplanten Deutschförderklassen eine gute Einrichtung, bestehende Deutschdefizite weiter zu reduzieren.

„Deutsch ist Geld“
Eine andere Studie der Agenda Austria aus diesem Themenfeld hat gezeigt, dass Menschen mit sprachlichen Defiziten einen deutlich schwereren Stand am Arbeitsmarkt haben. "Das wird sich mit der fortschreitenden Digitalisierung verstärken. Die Förderung schon der Jüngsten im Land ist daher eine wichtige und lohnenswerte Investition in die Zukunft Österreichs, so das Resümee.

Werner Pöchinger, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden