Mi, 18. Oktober 2017

"Warnschuss"

10.11.2009 12:52

Weltweit erster iPhone-Wurm entdeckt

Nun ist es amtlich: Das iPhone hat seinen ersten Schädling. "ikee" nennt sich der Wurm, der sich aktuell in Australien verbreitet und dort entsperrte Apple-Handys mit einem Bild des britischen Sängers Rick Astley befällt. Obwohl der weltweit erste iPhone-Virus bislang keinen größeren Schaden angerichtet hat, könnten findige Hacker mit böswilligeren Absichten ikees Code übernehmen und ihn anpassen, warnt das Sicherheitsunternehmen Sophos.

Dem Unternehmen zufolge befällt der Virus bislang ausschließlich "geknackte" iPhones, auf denen die Unix-Software SSH installiert wurde, ohne das Standard-Passwort zu ändern. Nach der Infektion versucht der Wurm, ähnlich angreifbare iPhones im Netzwerk ausfindig zu machen und installiert sich auf diesen ebenfalls.

Der Befall äußert sich in einer Änderung des Wallpapers bei gesperrtem Bildschirm in ein Bild des britischen Popsängers Rick Astley mit der Nachricht "ikee is never going to give you up" – offenbar eine Anspielung auf das Internet-Phänomen "Rickrolling", bei dem Links zu Rick Astleys größtem Hit "Never gonna give you up" versendet werden.

Aus Langeweile kleinen Scherz erlaubt
Geschrieben wurde ikee der "Computerworld" zufolge von dem arbeitslosen Programmierer Ashley Towns. Der 21-Jährige aus dem australischen Wollongong habe sich einen kleinen Scherz erlauben wollen und den Wurm aus Langeweile geschrieben. Er hätte nicht erwartet, dass er damit so viel Aufmerksamkeit erregen würde. Bei einem Test im Vorfeld seien laut Towns 26 von 27 iPhones angreifbar gewesen, da das Standard-Passwort nicht geändert worden war. Seinen Schätzungen zufolge dürften in Australien rund 100 Apple-Handys betroffen sein.

"Warnschuss für iPhone-Nutzer auf der ganzen Welt"
Obwohl "ikee" aktuell noch auf Down Under begrenzt ist, sehen die Sicherheitsspezialisten von Sophos darin einen Warnschuss für iPhone-Nutzer auf der ganzen Welt. Sie müssten mehr auf ihre Sicherheit achtgeben, besonders wenn sie ihre iPhones entsperrt hätten. Bei einem sogenannten "Jailbreak" handelt es sich um eine Modifikation der Handy-Firmware, die die Installation von nicht autorisierter Software ermöglicht. Apple warnt, dass durch eine solche Veränderung Sicherheitslücken entstehen können, zudem erlischt die Werks-Garantie.

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