Mi, 23. Mai 2018

Nur Hund schreitet ein

08.05.2018 15:58

Bär zerfleischt Hochzeitsgast beim Selfie-Knipsen

Tragischer Selfie-Unfall in Indien: Ein Mann ist am Heimweg von einer Hochzeit von einem Bären zerfleischt worden, weil er sich dem verletzten Tier genähert hatte, um ein Selfie mit ihm zu knipsen. Schaulustige hielten den Vorfall mit ihren Handys fest, unternahmen aber keine allzu großen Anstrengungen, den Mann zu retten. Nur ein streunender Hund schritt ein.

Der Zwischenfall ereignete sich vor wenigen Tagen, als das Opfer Prabhu B. auf dem Heimweg von einer Hochzeit im südwestindischen Bundesstaat Odisha sein Auto anhielt, um eine WC-Pause einzulegen. Wie die „Hindustan Times“ berichtet, entdeckte der Mann dabei den Bären - offenbar handelte es sich um einen Lippenbären, der sich vorwiegend von Insekten ernährt.

Schaulustige filmten Vorfall mit den Handys
Der Mann näherte sich - alle Warnungen anderer Beobachter ignorierend - dem verletzten Tier, um ein Selfie zu knipsen. Dann ging es ganz schnell: Der Bär packte den Mann und malträtierte ihn mit seinen Klauen und Zähnen, während die umstehenden Schaulustigen die blutige Szene mit ihren Smartphones filmten.

Ein Video des minutenlangen Todeskampfes, das im Netz kursiert, zeigt: Kaum jemand macht Anstalten, dem Mann zu helfen. Nur einzelne Zuschauer versuchen, den Bären mit Stockhieben zu vertreiben. Als das Tier seine Zähne in den Hals des Mannes gräbt, kläfft ein streunender Hund den Bären noch an. Doch der Vierbeiner kann nichts ausrichten. „Er starb an Ort und Stelle“, zitiert die Zeitung einen Wildhüter. Der Bär wurde nach dem Vorfall eingefangen und eingesperrt.

Dritter Selfie-Unfall mit Tieren in einem Jahr
Der Vorfall in Odisha war bereits der dritte Zwischenfall dieser Art innerhalb eines Jahres. Zuvor kam es zweimal zu tragischen Unfällen mit Elefanten. Auch hier sollen Männer versucht haben, Selfies mit den Tieren zu knipsen.

Sie sind nur die jüngsten Opfer eines wachsenden Hangs zur Selbstdarstellung, der von Jahr zu Jahr mehr Opfer fordert. In den vergangenen vier Jahren sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen, als sie versucht haben, mit möglichst halsbrecherischen und spektakulären Selbstporträts ihren Status im Netz zu steigern. Indien gilt dabei neben Russland als Hotspot der Selfie-Unfälle.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden