Mi, 23. Mai 2018

Unnötige Transporte

04.05.2018 16:16

Lkw-Lawine rollt durch die Steiermark

Die Lastwagen-Lawine rollt. Millionen von Tonnen Gütern werden auf der Straße quer durch Europa gekarrt - was auch die Steirer zu spüren bekommen. Alleine in den ersten drei Monaten des neuen Jahres ist der Lkw-Verkehr auf weiß weiß-grünen Autobahnen um bis zu acht Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen!

Schweizer Äpfel reisen nach Deutschland, um als Apfelmus zurückzukommen. Schweinefleisch aus Ostdeutschland wird über Österreich nach Italien gebracht, dort zu Parmaschinken weiterverarbeitet und dann - wieder über Österreich - nach Deutschland zurücktransportiert. Tomaten aus Spanien sind etwa 2700 Kilometer unterwegs, bis sie bei uns ins Geschäft kommen. Die Liste an unsinnigen Transporten wäre unendlich fortführbar.

Für das Klima und die Anrainer bedeutet der viele Schwerverkehr eine große Belastung: „In der Steiermark ist die Situation besonders dramatisch. Der Lkw-Verkehr ist im ersten Quartal des Jahres doppelt so stark gestiegen wie durchschnittlich im übrigen Österreich. Am stärksten betroffen waren einmal mehr die A 2, A 9, S 6, S 35 und S 36“, weiß Christian Gratzer vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ). Ende der Entwicklung sei keines in Sicht - im Gegenteil: „Seit 2011 geht die Statistikkurve stetig bergauf“, sagt der Verkehrsexperte.

Gegensteuern könne nur die Politik. Doch dieser fehlt mitunter der klare Blick, wie man - regional heruntergebrochen - am Beispiel Wundschuh gut sieht: Auf der einen Seite beklagen sich die kommunalen Verantwortungsträger über den vielen Verkehr und fordern vehement einen Ausbau der A 9 zwischen Graz und Wildon, auf der anderen Seite feiert man die Vergrößerung des örtlichen Cargocenters.

Transitgegner fordern vor allem eines: die Lkw-Maut nach Schweizer Vorbild anzuheben. Doch davon will die Wirtschaft naturgemäß nichts hören: Erst am Freitag forderte die Wirtschaftskammer Österreich „spätestens ab 2019 eine schrittweise Senkung der Lkw-Maut um 25 Prozent“.

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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