Do, 24. Mai 2018

Friedhof in Mülln:

02.05.2018 16:27

Himmels-Terrasse ist ein Ort der Ruhe

Dem Himmel ein Stück näher sein - an diesem Kraftort, der wieder letzte Ruhestätte ist: Die Pfarre Mülln übergibt den historischen Friedhof nung wieder seiner ursprünglichen Bestimmung. 140 Jahre wurde hier niemand mehr begraben. Jetzt gibt es die Möglichkeit einer Urnenbestattung: 70 Plätze sind schon reserviert.

Es ist ein mutiger Schritt: Nirgendwo sonst betreibt die Kirche einen Friedhof ohne konkrete Kennzeichnung der Grabstätten. Jetzt reagiert man auf den Zeitgeist: Auch Urnen-Bestattungen draußen in der Natur, zum Beispiel in Hainen, werden immer mehr zur Alternative für den klassischen Friedhof.

Die Pfarre Mülln blickt hier auf eine lange Geschichte zurück: Nachdem  die Stadt 1879 den Kommunalfriedhof eröffnete, wurden kleinere, letzte Ruhestätten wie  in Salzburg-Mülln geschlossen. Jetzt wurde der Platz  mit atemberaubenden Panorama auf die Stadt neu gestaltet. Die Idee einer „Himmels-Terrasse“ hatte der Marketing-Fachmann Ernst Oberndorfer:  „Ich wohne in Mülln und habe mir irgendwann gedacht: ,Warum gibt es hier eigentlich keinen Friedhof mehr?’“ Er startete eine Spenden-Aktion. 200.000 Euro kostete die „Himmels-Terrasse“ insgesamt. Stadt, Land und die Erzdiözese halfen beim Verwirklichen. Auch  Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler zählt zu den Unterstützern: „Ich bin so begeistert. Die ganze Stadt profitiert, wenn sich engagierte Bürger einbringen.“  Und wenn es auch Gegner gab, der rührige Pfarrer Franz Lauterbacher aus Mülln hielt an der Idee fest. „Das Projekt hat  viel Kraft gekostet.“ Umso schöner ist es für ihn, am Ziel zu sein. Ab jetzt sind Urnenbestattungen möglich. Die Namen werden nur auf einer zentralen Tafel eingetragen, die zum Gedenken einlädt.

Platz steht nicht nur Katholiken offen

Der   Friedhof steht nicht nur Katholiken offen. „Es ist unabhängig von Herkunft und Religion. Möge dieser Friedhof ein Ort der Gastfreundschaft sein“, betont Abt Johannes Perkmann vom Benediktinerstift in Michaelbeuern (Pfarre und Augustinerbräu in Mülln gehören dazu). Die Salzburger Anneliese und Robert Koller sprechen offen darüber, dass sie sich schon einen Platz reserviert haben: „Wir kommen aus Lehen. Der Platz hier heroben ist Teil unserer Heimat. Auch für die Kinder ist es später einfacher, wenn wir in der Stadt bleiben.“ Es geht ihnen um Ruhe, um die Kraft, die dieser Ort ausstrahlt. 70 Plätze sind schon reserviert. Rund 900 Urnen-Stellen können auf zehn Jahre vergeben werden.

Landeshauptmann Wilfried Haslauer unterstützte die Idee:  „Wir wollen in Verborgenheit Geratenes wiederentdecken. Ein Platz, der den Toten geweiht ist,  wird heute mit Leben erfüllt.“

Feierliche Segnung zu Christi Himmelfahrt

Die feierliche Segnung findet zu Christi Himmelfahrt am 10. Mai statt. Die Choralschola der Abtei Muri Gries und vom Collegium Vocale wird das Fest musikalisch umrahmen. Unter der Leitung von Prof. Albert Hartinger erklingen nach Jahrhunderten wieder alte Psalmen in der Vertonung des Salzburger Hofkapellmeisters Stefano Bernardi.

Sabine Salzmann
Sabine Salzmann
 krone.at
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