Mi, 23. Mai 2018

Neurodermitis

07.05.2018 06:00

„Mami, es juckt so!“

Neurodermitis stellt eines der häufigsten Hautleiden bei Kindern dar. Kratz-Attacken machen der ganzen Familie das Leben schwer, können aber in den Griff bekommen werden. Auch Schuppenflechte stigmatisiert. Dabei ist sie nicht ansteckend.

Die atopische Dermatitis, wie Neurodermitis auch genannt wird, stellt eine der häufigsten chronisch-entzündlichen Hauterkrankungen dar. Sie betrifft 30 Prozent der Säuglinge und bis zu fünf Prozent der Erwachsenen. In den meisten Fällen besteht eine erbliche Neigung, überaktives Immunsystem gepaart mit Hautbarrierestörung. „Ein Großteil der Betroffenen leidet unter starken Hautproblemen nur im ersten Lebensjahr“, erklärt Kinderdermatologe Dr. Günther Rainer, Kinderdermatologie Sonnbergplatz Wien. „Aber gerade sehr kleine Kinder brauchen die richtige Therapie! Vor allem, wenn die Eltern bereits betroffen sind, kann es über die Jugendjahre hinaus ein Leben lang wiederholt zu Ausbrüchen kommen.“

Auslösefaktoren sind z. B. mechanische Reizung der Haut (durch bestimmte Textilen wie Wolle), falsche Hautpflege, Tabakrauch, Allergene wie Hausstaubmilben oder seelische Faktoren (Stress, Angst, Konflikte) etc. Es zeigen sich dann Ekzeme mit rauer, geröteter, geschwollener, nässender Haut, zunächst oft an Wangen, am Körperstamm und Streckseite der Extremitäten. Die meisten klagen über starken Juckreiz. Die Haut zeigt sich insgesamt trocken, schuppig und rissig, was Infektionen begünstigt. „Sie muss mit geeigneten Produkten gepflegt werden, um die gestörte Barrierefunktion wieder herzustellen“, so Dr. Rainer. „Um die in Überzahl vorhandenen Entzündungszellen in der Haut zu reduzieren, kommen kindgerechte Kortisoncremen oder sogenannte Calcineurininhibitoren zum Einsatz.“

Eine Schuppenflechte-(Psoriasis-)Attacke kann ebenfalls durch mechanische Reizung, psychische Belastung oder hormonelle Faktoren ausgelöst werden. Die chronisch entzündliche Hautkrankheit tritt oft an Ellbogen, Rücken oder Schienbeinen auf. Es kommt zu begrenzten rötlichen Herden, die von silbrigen Schuppen bedeckt sind. „Die Krankheit ist nicht ansteckend! Man kann sie nicht heilen, aber gut behandeln“, so Dermatologe Dr. Leo Richter, Krankenanstalt Rudolfstiftung in Wien. „Als Basis muss die Haut richtig gepflegt werden. Das ,entschuppt‘ die Stellen, damit entzündungs- und zellteilungshemmende Stoffe einwirken.“

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Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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