Mo, 21. Mai 2018

Massaker am Golan

02.05.2018 13:33

Ministerium wusste nichts von Rolle der Soldaten

Im Fall der neun am Golan erschossenen syrischen Geheimpolizisten - krone.at berichtete - hat das Verteidigungsministerium in Wien zwar von der Schießerei an sich gewusst, nicht jedoch von der Involvierung der österreichischen UNO-Soldaten. Das sagte Ministeriumssprecher Oberst Michael Bauer am Mittwoch auf Anfrage. Aus dem damals vorgelegten Bericht nicht sei das nicht ersichtlich gewesen, erklärte er.

„Das war wohl auch der Grund, warum die UN keine Untersuchung eingeleitet hat“, so Bauer, der auch erläuterte, dass die Österreicher als Blauhelmsoldaten nicht mehr dem nationalen, sondern ausschließlich dem UNO-Kommando unterstellt waren. „Solch einen Vorfall, in dieser Art, hat es nahezu tagtäglich gegeben“, hatte Bauer, der der UNO zumindest eine indirekte Mitschuld an dem Drama gibt, am Montag erklärt.

Am Donnerstag starten Befragungen zum Vorfall
Bauer gab außerdem bekannt, dass die vom Verteidigungsministerium eingesetzte Untersuchungskommission am Donnerstag mit den Befragungen zu dem Vorfall beginnen werde. Die Auskunftspersonen der Kommission würden nur Einheimische sein: „Wir können nur Österreicher befragen.“ Allerdings habe die UNO ihre Zusammenarbeit erklärt. „Auch die UN werden Interesse haben, das aufzuklären.“

Neun syrische Geheimpolizisten fanden den Tod
In am Freitag der „Krone“ und anderen Medien zugespielten Videos wird nahegelegt, dass österreichische Blauhelme im September 2012 auf den Golanhöhen neun syrische Geheimpolizisten in einen tödlichen Hinterhalt geraten ließen. Aus den Aufnahmen geht hervor, dass die Soldaten offenbar die Einfahrt von syrischen Geheimpolizisten in einen Hinterhalt nicht verhindert hatten. Bei der darauffolgenden Schießerei wurden nach Angaben Bauers neun Polizisten und ein Angreifer getötet.

Hofer nimmt Soldaten in Schutz
Regierungskoordinator Norbert Hofer (FPÖ) hat in der Debatte um die erschossenen syrischen Geheimpolizisten indes die österreichischen UN-Soldaten in Schutz genommen. Es sei für Außenstehende schwierig, solche Situationen zu beurteilen. Das wisse er aus eigener Erfahrung als Soldat im Grenzschutzeinsatz, sagte der Verkehrsminister am Mittwoch. Er könne jedenfalls nicht beurteilen, ob sich die Soldaten schuldhaft verhalten haben, so Hofer.

Bundesheersoldaten waren von 1974 bis 2013 am Golan im Einsatz, um im Rahmen der UNO-Mission UNDOF eine entmilitarisierte Zone zwischen Syrien und den später von Israel annektierten, völkerrechtlich zu Syrien gehörenden Golanhöhen zu überwachen.

 krone.at
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