Mi, 23. Mai 2018

Lohndumping am Bau

30.04.2018 16:36

3,27 Euro für Schwerstarbeit

Es ist beschämend: Mit nur 3,27 Euro pro Stunde werden slowenische Facharbeiter bei uns entlohnt. Das Extrembeispiel zeigt, wie wichtig die Anlaufstelle „Faire Arbeit“ für Betroffene ist: Allein im ersten Jahr ihres Bestehens wurden 250 Beratungsgespräche geführt und zahlreiche Sozialdumpingfälle angezeigt.

Dass Fachkräfte aus unserem Nachbarland Slowenien derart ausgebeutet werden, kennt auf der Arbeitnehmerseite nur Verlierer: „Dass es in der Steiermark - speziell im Süden - zu derart sozialen Benachteiligungen kommt, ist blamabel! Dass heimische Arbeiter dadurch auch noch verdrängt werden, ist ein Riesenproblem“, betonte Gewerkschafter Josef Muchitsch am Montag.

Um die slowenischen Arbeitnehmer in ihren Grundrechten zu unterstützen, wurde vor einem Jahr die Service- und Beratungsstelle „Faire Arbeit“ in Spielfeld eröffnet. Und dort hat man alle Hände voll zu tun: „Insgesamt fanden bereits 250 Infogespräche statt. Meistens geht es um Unterentlohnung“, weiß der Gewerkschafter. Dass ein Facharbeiter sogar mit nur 3,27 Euro pro Stunde statt der kollektivlichen 13,60 Euro abgespeist wurde, ist längst kein Einzelschicksal mehr - Muchitsch: „Die Praktiken und Systeme werden vielfältiger. Mit steigender Konjunktur steigt leider auch Lohn- und Sozialdumping auf Baustellen - es ist schlimm.“

Die Forderung der Gewerkschafter:  „Wir brauchen eine Vernetzung der EU-Behörden, um Sozialversicherungsdaten abfragen zu können.“

Barbara Winkler
Barbara Winkler

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