Do, 24. Mai 2018

Ehrung in Annaberg

30.04.2018 10:53

Marcel Hirscher: „Das wär ewig schade“

Ski-Superstar Marcel Hirscher wurde in seiner Heimat Annaberg für seine Top-Saison geehrt. Ein wenig abseits des Party-Trubels sprach der Salzburger mit der „Krone“ über das größte Geschenk nach Doppel-Olympia-Gold und die bisher vergebliche Suche nach Ruhe. 

Ganz Annaberg, wo man Marcel Hirscher seit Windel-Zeiten kennt, feierte am Sonntag den märchenhaften Olympia-Winter des berühmtesten Sohnes. Aber auch seinen engsten Vertrauten konnte der 29-Jährige noch nicht die Frage aller Fragen definitiv beantworten: Fährt der Superstar auch nächsten Winter noch Skirennen?

„Krone“:Marcel, 44 Tage sind seit dem Ende des erfolgreichsten Winters deiner Karriere vergangen. Hat sich das Erlebte schon etwas gesetzt?
Marcel Hirscher: Die Erfolge fühlen sich unglaublich an. Zeit zum Abstellen des Motors hatte ich aber bisher nicht. Und mein Körper zeigt mir, dass ich älter werde (lacht). Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, Ruhe zu finden. Auch wenn eigentlich Ruhe wäre, fühle ich mich noch wie mitten in der Saison.

Wie war das Abenteuer Heli-Skiing in Kanada?
Ein Wahnsinnserlebnis! Aber auch da hat mich mein Körper gestoppt: Grippe. Ich bin es offenbar jetzt mir selbst schuldig, so ruhig wie möglich zu treten, mir den Ausgleich zur substanzraubenden Saison zu gönnen.

Da bleibt dann viel Zeit zum Nachdenken über die sportliche Zukunft, gibt’s schon Tendenzen?
Nein, weil mir noch der Abstand fehlt, die Sommerpause noch gar nicht richtig begonnen hat. Aktuell würde ich sagen: Nein, ich hau den Hut drauf, mich freut’s nicht mehr. Aber das hab ich jedes Jahr um die Zeit gesagt. Und dann erlebe ich so Sachen wie hier beim Empfang in Annaberg und denk mir: Wär doch ewig schade drum, jetzt aufzuhören.

Du bist also hin- und hergerissen.
Definitiv. Sollte ich weitermachen, müsste ich mich wieder neu erfinden. Und aufhören ist auch zach. Ich brauch noch Zeit, um die Entscheidung zu treffen. Eines ist aber zu hundert Prozent fix: Die Erfolge des letzten Winters werde ich nie wieder überbieten.

Gibt es etwas, was du dir nach deinen unglaublichen Erfolgen unbedingt gönnen willst und wirst?
Auf keinen Fall etwas Materielles! Mein größtes Geschenk ist Ruhe und Freizeit. Zeit zu finden, um das alles zu realisieren. Denn das Sportlerleben ist unglaublich schnelllebig.

Letzte Frage: War im Nachhinein der Knöchelbruch die Basis all dieser Siege des letzten Winters?
Er war definitiv eine Erleichterung. Plötzlich war all dieser Druck weg, zumindest für drei, vier Monate. Aber ich werd mir diesen Sommer trotzdem nicht mit dem Hammer auf den Knöchel hauen.

Alex Hofstetter, Kronen Zeitung

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