Mo, 28. Mai 2018

Wirbel um Palmölverbot

30.04.2018 09:26

„EU“ in Malaysia zum Schimpfwort geworden

Der Antrag des EU-Parlaments, den Gebrauch von Palmöl in Biotreibstoffen künftig europaweit zu verbieten, hat in den kleinen Bauernsiedlungen in Malaysia für Aufregung gesorgt. Der Ärger über die geforderte Regelung geht sogar so weit, dass das Wort EU mittlerweile zum schmutzigen Wort geworden ist.

Wie die britischen Zeitung „The Guardian“ berichtet, wurde die Bezeichnung Europäische Union, die vielen kleinen Palmölbauern zuvor kaum bekannt war, nun sogar zu einem Schimpfwort. Denn sollte der Antrag des Europäischen Parlaments genehmigt werden, wäre der Lebensunterhalt von insgesamt 650.000 Kleinbauern gefährdet.

NGOs machen Druck
Bereits seit Jahren machen Umwelt-NGOs Druck, den ständig wachsenden Palmölbedarf in der EU und China einzuschränken. Ihnen zufolge führe die Nachfrage zu massiven Regenwaldrodungen, Moorvernichtung und Menschenrechtsverletzungen. Auch mehrere Tierarten stünden bereits vor dem Aussterben.

Plantagen als Maßnahme gegen Armut
In Malaysia verstehen die Farmer die Argumente der NGOs jedoch nicht. Im Gegenteil: Die Palmölplantagen erhielten sie 1980 als spezielle Maßnahme gegen die Armut. Damals bekamen sie von der Regierung rund 40.000 Quadratmeter Land, um Palmölplantagen anzulegen. Am Landraub und an den Rodungen, die der Auslöser für die Initiative des EU-Parlaments waren, sehen sie sich nicht beteiligt.

Bauern befürchten Komplettverbot
Die EU ist Malaysias drittgrößter Palmölkunde. Die mit Abstand größte Menge wird zur Herstellung von Biotreibstoffen verwendet. Malaysias Landwirte befürchten allerdings, dass das Verbot des Kraftstoffes bald zum Komplettverbot von Palmöl in der EU führe. Indonesien und Malaysia haben zudem den Beschluss des Europaparlaments von Mitte Jänner heftig kritisiert, die Verwendung von Palmöl in Biosprit solle bis 2021 in der EU ganz auslaufen.

Jana Pasching
Jana Pasching

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden