Do, 24. Mai 2018

Total verdreckt

30.04.2018 13:39

Wien: Ex-Shoppingtempel nun Obdachlosenquartier?

Leerstand: Das ehemalige Einkaufszentrum am „Spitz“ in Wien-Floridsdorf verkommt seit nunmehr fünf Jahren. Am Bezirk liegt es nicht. Das Problem: Die Vorderseite der Immobilie gehört der inzwischen insolventen Wienwert Holding AG und die hintere einer syrischen Familie. Die zugemüllte Garage und mehrere Schlafplätze geben den Anschein, das frühere Shoppingparadies sei zu einem Schlafplatz für Obdachlose mutiert. Die Zukunft ist ungewiss.

Fäkalien, Mistsäcke und Matratzen: Sämtliche Türen sind aufgebrochen, die Feuerlöscher liegen abgetrennt und zerstreut im Parkhaus herum. Auch die Büroräumlichkeiten und das Stiegenhaus sind komplett verwüstet: „Das höre ich zum ersten Mal“, sagt Bezirksvorsteher Georg Papai (SPÖ). Sein Dilemma: „Es ist alles komplett im Privatbesitz, weder der vordere noch der hintere Teil gehören der Stadt Wien.“ Die Wienwert-Hälfte, also jener Teil des Shoppingcenters, der komplett verdreckt ist, liegt nun in der Konkursmasse, das heißt beim Verwalter. Ob der Anteil versteigert wird oder die Pensionskasse der Republik Österreich ihr Vorkaufsrecht wahrnimmt, wird sich noch zeigen.

Die syrische Familie hat bereits sechs Liegenschaften am Standort Floridsdorf und besitzt seit rund einem Jahr die hintere Hälfte des ehemaligen Einkaufszentrums Am Spitz. Die Familie und ihr Immobilien-Entwicklungsunternehmen würden gerne neuen Wohnraum daraus schaffen. Doch beide „Eigentümer“ sind aufeinander angewiesen, da das Objekt nur über eine Zufahrt verfügt. Fraglich ist, was die insolvente Wienwert Holding AG bewogen hat, in eine leer stehende Garage zu investieren: „Ich gebe zu, dass eigentlich der Eigentümer die Aufgabe hat, das Gebäude vor unbefugt Eindringenden zu schützen. Dass da Matratzen drinnen liegen, ist mir nicht bekannt, bei uns hat sich aber keiner beschwert“, so Papai. Nach den krone.at-Recherchen wurde das Gebäude vor einigen Tagen geschlossen.

Alexander Bischofberger-Mahr
Alexander Bischofberger-Mahr

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