Di, 22. Mai 2018

„Krone“ in Vietnam

27.04.2018 06:08

Rettung der letzten beiden Gallebären Ninh Binhs

Bei meinem Lokalaugenschein im letzten Jahr mussten wir sie in ihrem stickigen Verließ zurücklassen - doch am Donnerstag war es endlich soweit: Die beiden Bärinnen „May“ und „Binh Yen“ wurden von der Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ medizinisch versorgt und in den Bärenwald Ninh Binh gebracht, wo sie nach einer kurzen Quarantänezeit endlich ein artgerechtes Leben genießen dürfen. Die Rettung war für alle Beteiligten eine große Erleichterung - denn es handelte sich um die letzten beiden Gallebären in der vietnamesischen Provinz Ninh Binh.

Bittere Tränen weinte ich letztes Jahr, als ich „Hai Chan“, „May“ und „Binh Yen“ kennenlernte. Apathisch, fehlernährt, in winzigen Käfigen ohne Boden und mit leeren Augen fristeten die Bärinnen ihr Dasein in Vietnam. Es wird vermutet, dass ihnen im Laufe ihres Lebens Gallesaft abgezapft worden war. Der Saft aus der Galle soll - laut Aberglaube - gegen blaue Flecken oder Leberbeschwerden helfen und ist für Vietnamesen ein einträgliches Geschäft. Und das obwohl  die Herstellung von Bärengalle und die Haltung von Bären auf Farmen zum Zweck der Galleproduktion seit Jahren verboten sind.

„Hai Chan“ konnte bereits im vergangene November befreit werden - sie ist richtiggehend aufgeblüht. Nun hieß es auch für ihre „Zellengenossinnen“ Abschied nehmen von einem Leben in Qualen. Das Team der „Vier Pfoten“ rund um Tierärztin Johanna Painer von der VetMed Wien rückte zur Rettung aus. Zuerst wurde „May“ in Narkose gelegt und aus ihrem viel zu engen Käfig befreit. Die Untersuchung offenbarte, welche Spuren die letzten 13 Jahre bei ihr hinterlassen haben: Übergewicht durch die schlechte Ernährung, Entzündung der Gallenblase, Narben auf der Leber.

Ähnliches ergab die Untersuchung von „Binh Yen“, die als zweite betäubt und untersucht wurde. Johanna Painer: „Die jahrelange schlechte Haltung ist eindeutig sichtbar. Es sind starke Veränderungen an Leber und Gallenblase zu erkennen, eine große Narbe deutet auf den Missbrauch als Gallebär hin. Der Zustand der Bärin macht mir Sorgen!“ Dank des professionellen Teams lief die Rettungsaktion reibungslos ab, begleitet von großem Interesse der lokalen Presse. In Vietnam wird der Einsatz der „Vier Pfoten“ durchaus positiv wahrgenommen.

Am Freitag Morgen lokaler Zeit darf ich die beiden Bärinnen in der Quarantänestation besuchen. „May“ und „Binh Yen“ werden hier die nächsten drei Wochen verbringen, um eine Ansteckung der anderen Bären mit möglichen Krankheiten oder Parasiten auszuschließen. Es geht ihnen gut - genüsslich widmen sie sich ihrem Frühstück. Es ist schön zu wissen, dass sie dank der „Vier Pfoten“ jetzt in Sicherheit sind. Damit gibt es in der gesamten Provinz Ninh Binh keine Gallebären mehr - ein großer Erfolg!

Bitte helfen auch Sie!
Es gibt noch viel zu tun -  etwa 900 Kragen- und Malaienbären müssen in Vietnam weiterhin unter grausamsten Haltungsbedingungen leben. Bitte unterstützen Sie die „Vier Pfoten“ beim Kampf gegen diese Tierqual!

Spendenkonto: UniCredit Bank Austria AG IBAN: AT20 1200 0097 0632 7511 Kennwort: GALLENBÄREN

Unterzeichnen Sie bitte auch die Petition unter www.saddestbears.com/Vietnam!

Denise Zöhrer
Denise Zöhrer

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