Mi, 23. Mai 2018

Drei Brüder angeklagt

26.04.2018 06:11

Tritte gegen Polizei bei Großbrand auf Bauernhof

„Ich war in einer Ausnahmesituation“, sagt einer der drei angeklagten Brüder. Der elterliche Bauernhof in Oberösterreich stand in Flammen, die Feuerwehr war im Großeinsatz, und auch die Söhne und der Vater versuchten,  Tiere zu retten und zu löschen. Als Polizisten aus Sicherheitsgründen die 29, 25 und 22 Jahre alten Männer hinderten, neuerlich ins brennende Haus zu laufen, entgleiste die Situation: Prozess wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt.

Mit Tritten und wüsten Beschimpfungen wehrten sich die drei jungen Männer gegen die einschreitenden Polizisten und Polizistinnen - am Ende waren zwei Polizistinnen verletzt. Und die Angreifer mussten sich in Linz wegen Widerstand gegen die Staatsgewalt vor Gericht verantworten.

17 Feuerwehren im Einsatz
17 Feuerwehren waren bei dem Brand im November in Zeitlham, Gemeinde Pucking, im Einsatz. Nach Schleif- und Schweißarbeiten stand plötzlich der Wirtschaftstrakt in Flammen. Das Wasser bei den Löscharbeiten war knapp, deshalb versuchten auch die drei Angeklagten und ihr Vater zu löschen. „Es lief nicht optimal. Deshalb bin ich zum Vater in den Stall, um brennende Strohballen zu löschen“, erinnerte sich der jüngste Bruder. „Wir haben versucht, den Bestand so gut wie möglich zu erhalten. Es ging auch um die Sicherung des Viehbestandes“, berichtet sein Bruder, der selbst bei der Feuerwehr aktiv ist. Die Polizei wollte die Männer aber am Betreten des brennenden Wirtschaftsgebäudes hindern. Aus Sicherheitsgründen, wie die Beamten betonten. So kam es zu den emotionalen Szenen und Handgreiflichkeiten.

Einsicht vor dem Richter
Vor dem Linzer Richter Ralf Sigl waren die Angeklagten am Mittwoch schließlich einsichtig. Auch die Polizisten zeigten Verständnis. Alle drei Brüder kamen mit einer Diversion - Geldbuße ohne Vorstrafe - davon. An die verletzten Polizistinnen müssen sie Schmerzensgeld zahlen.

Claudia Tröster, Kronen Zeitung

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