Mo, 28. Mai 2018

Baustoff-Recycling

25.04.2018 08:00

Anwohner befürchten viel Lärm und Staub

In einem Halleiner Industriegebiet soll eine Anlage zur Aufbereitung und Zwischenlagerung von Baureststoffen entstehen. Nur 200 Meter entfernt befindet sich eine Siedlung - allerdings bereits im Gemeindegebiet von Oberalm. Schuld ist eine Flächenwidmung, die Jahrzehnte zurückliegt. Die Anrainer protestieren.

Staub und Lärm befürchten die Anrainer in der Haslausiedlung in Oberalm. Ein Tennengauer Unternehmer will in Hallein auf den Bindergründen eine Recycling-Anlage für Baurestmassen mit einem Brecher und ein Zwischenlager errichten. Der Standort liegt im Industriegebiet. Früher war dort ein relativ leiser Betrieb angesiedelt. Deshalb entschied man sich vor Jahrzehnten in Oberalm, 200 Meter entfernt ein Wohngebiet zu erschließen.

Keiner dachte damals daran, dass sich einmal ein lauter Betrieb ansiedeln könnte. Prinzipiell ist eine derartige Anlage nicht an ein Industriegebiet gebunden und unterliegt dem Abfallwirtschaftsgesetz. „Es gibt ein strenges Genehmigungsverfahren“, sagt der Anwalt des Unternehmers, Berthold Lindner, von der Kanzlei Haslinger/Nagele und Partner. Dieses beschäftigt sich unter anderem mit den Auswirkungen von erzeugten Lärm und Staub und wird unabhängig vom Amt der Landesregierung geprüft. „Wir werden zumindest alles versuchen, um das Ganze in ein erträgliches Ausmaß zu bekommen“, sagt Halleins Bürgermeister Gerhard Anzengruber, der den immensen Lkw-Verkehr auch nicht wolle. Eine ähnliche Anlage gibt es in Hallein bereits an der Bundesstraße.

„Wir wohnen hier schon seit 21 Jahren. Für uns ist das der reine Wahnsinn“, sagt Anrainerin Herta Knoll und fügt hinzu: „Wir sind nur durch Zufall darauf gekommen, dass so ein Betrieb geplant ist. Keiner hat uns informiert. Wir hatten daher kaum noch Zeit zum Handeln.“ Am 11. April haben Knoll und ihr Ehemann Fritz davon erfahren. Am 19. April war dann bereits die Verhandlung mit einer Besichtigung am Gelände. „Da hat der Unternehmer zugesichert, dass die geplante Lärmschutzwand noch höher wird und leisere Maschinen zum Einsatz kommen“, sagt Lindner. Über 500 Anwohner wären betroffen. „Das Lärmgutachten ist wenig beeindruckend. Auch wenn die Lautstärke im Grenzbereich liegen sollte, kann sie für die Anwohner unangenehm sein“, sagt Oberalms Bürgermeister Gerald Dürnberger. Lindner: „Der Dauerschallpegel wird um weniger als ein Dezibel angehoben. Das ist nicht wahrzunehmen. Einzelne Geräusche wird man hören können.“ Er versicherte, dass die Bewohner das neue Gutachten bekommen werden. 303 Stunden soll der Steinbrecher im Jahr laufen, an die 36.000 Tonnen aufbereitet werden.
„Wir haben auch große Sorgen um die Entwertung unserer Eigenheime“, sagt Anrainer Fritz Knoll.

Felix Roittner
Felix Roittner

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