Fr, 25. Mai 2018

Atemberaubend schön

09.05.2018 06:00

Lissabon verzaubert Europa nicht nur musikalisch!

Ganz Europa blickt nach Portugal, wo im Mai der 63. Eurovision Song Contest ausgetragen wird. Das Land begeistert mit seiner traumhaften Atlantikküste und mit seiner großen Seefahrer-Vergangenheit die Urlauber.

Lissabon ist eine der musikalischsten Städte Europas und damit der ideale Austragungsort für den ESC, den Eurovision Song Contest. Obwohl überall in den Gassen der südwestlichsten Hauptstadt Europas der Fado zu hören ist, also jener einzigartige melancholische Musikstil, der von unglücklicher Liebe, vergangenen Zeiten und der Sehnsucht nach besseren Zeiten erzählt, dauerte es 62 Jahre, bis es Salvador Sobral mit „Amar Pelos Dois“ (Liebe für zwei) gelang, sich und damit sein Land Portugal in die Herzen Europas zu singen. Deshalb ist Lissabon heuer auch vom 8. bis 12. Mai der Austragungsort des Mega-Musikspektakels an den Ufern des Tejo.

Direkt vor den Stadttoren peitscht der Atlantik an die Küste Portugals, dessen Hauptstadt seit Jahren zu den beliebtesten Städtereisezielen Europas zählt. Selbst Familien mit Kindern hat Lissabon viel zu bieten. So findet sich mitten im Stadtteil Chiado das erste Stadt-Kinderhotel der Welt, das „Martinhal Chiado“ des visionären Hoteliers Roman Stern, der das Ziel hat, in jeder Weltstadt ein Hotel nach den Wünschen von Familien mit Kindern zu errichten. Und im „Chiado“ ist es ihm bereits gelungen: Stadturlaub für Groß und Klein vom Feinsten.

Zu entdecken gibt es viel
Wussten Sie, dass Lissabon älter als Rom ist? Die Stadt selbst zeigt sich farbenfroh und fröhlich, nur der Verkehr ist für einen Mitteleuropäer eine echte Herausforderung, die man mit einem einzigen Wort beschreiben kann: chaotisch.

Zum Glück gibt es die Lissabonner Straßenbahn, die mit ihrem historischen Fuhrpark und der reizvollen Streckenführung mit steilen Abschnitten und engen Kurven durch die Altstadt führt. Oder auch die unzähligen Autorikschas, die an jeder Ecke zu finden sind. Die Tuk Tuks, wie diese liebevoll genannt werden, fungieren als Taxi oder bieten Stadtrundfahrten an. Nur auf den markanten und namensgebenden Motorklang muss man verzichten, denn die Autorikschas kurven lautlos und umweltfreundlich, weil angetrieben von Elektromotoren, durch die vielen Stadtteile wie Chiado, Bairro Alto, Alcantara oder Alfama - übrigens das älteste Stadtviertel.

Jedes Haus hat eine Geschichte
Vor allem hier scheint die Zeit stillzustehen, wenn man durch die engen Gassen schlendert, die an ein Labyrinth erinnern, und wo unzählige Wäscheleinen von Fenster zu Fenster gespannt sind. Die Fassaden der historischen Gebäude haben ihren Charme der Vergangenheit nicht verloren, schließlich war Alfama das einzige Stadtviertel, das im Gegensatz zur Innenstadt beim großen Erdbeben von 1755 kaum Schäden davongetragen hat und deshalb seinen Charakter erhalten konnte. Fast scheint es so, dass jedes Haus seine eigene Geschichte und die seiner Bewohner erzählt. Das Altstadtviertel mit seinem arabischen Ursprung bietet viele Miradouros, also Aussichtspunkte, die einen atemberaubenden Blick über die gesamte Stadt ermöglichen.

Unsere sympathische und offene Tuk-Tuk-Fahrerin/Reiseführerin Mafalda schafft es beim Gehen durch die Gassen, mit ihren spannenden und lebendigen Erzählungen über Piraten und Seefahrer, die sich hier einst versteckten, unseren Sohn zu begeistern, während uns die blau-weißen handbemalten Keramikfliesen (Azulejos) ins Auge stechen, für die Lissabon so berühmt ist.

Torre de Belém
Unseren Achtjährigen hat mittlerweile das Entdeckerfieber gepackt, und so ist ein Ausflug zum Padrão dos Descobrimentos, also jenem eindrucksvollen 52 Meter hohen Denkmal am Tejo-Ufer, das den großen Entdeckern Portugals wie Heinrich dem Seefahrer, Vasco da Gama oder Ferdinand Magellan gewidmet ist, die im Zeitalter der Entdeckungen Portugal so groß gemacht haben, drin. Nur wenige Meter entfernt thront der Torre de Belém. Die zum UNESCO-Welterbe zählende Festung verteidigte einst - als Portugal noch eine weltweit führende Seemacht war - die Stadt vor feindlichen Schiffen. Heute ist der 35 Meter hohe Turm eines der ersten Gebäude, die ankommende Schiffe begrüßen.

„Hippo Hippo Hooray“
Natürlich gibt es viele Wege, um eine fremde Stadt zu erkunden - auch mit Kindern. In Lissabon ist die Stadtrundfahrt sogar zu Wasser und zu Land möglich: mit einem knallgelben Amphibienfahrzeug von Hippo Trip. Mit lautstarken „Hippo Hippo Hooray“-Rufen geht es durch die Innenstadt, vorbei am Praça Do Comércio und der Plaza de Pombal und flussaufwärts durch den Tejo, bevor wir unterhalb der weithin sichtbaren Brücke des 25. April wieder festen Boden unter den Füßen haben. Die 2278 Meter lange Hängebrücke - die aufgrund ihrer Farbe an die berühmte Golden Gate Bridge in San Francisco erinnert - verbindet Lissabon mit der Stadt Almada, deren Wahrzeichen die weithin sichtbare Christus-Statue Cristo Rei ist, einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der Iberischen Halbinsel.

Zurück in Lissabon, führt uns unser Weg in eine der zahlreichen Konditoreien, wo köstliche Puddingtörtchen zum Genießen einladen. Die Pastéis de Belém oder Pastel de Nata sind einfach ein Genuss! Kaum zu glauben, dass diese Süßspeise auf knusprigem Blätterteig vermutlich vor dem 18. Jahrhundert von den Mönchen des Mosteiro dos Jeronimos (Hieronymuskloster) im Lissabonner Stadtteil Belém herstellt wurden.

Kulinarisch hat Lissabon einiges zu bieten
Und alles auf einem Fleck gibt’s im Timeout Market. Untergebracht in der Mercado da Ribeira, der ältesten erhaltenen Markthalle der Stadt, finden sich mehr als 30 Restaurants mit Köstlichkeiten für jeden Geschmack, von Fleisch, Fisch, Sushi, Tatar, Pizza, Nudeln bis hin zu traditionellen portugiesischen Spezialitäten. 
Wir drei sind uns einig: Von uns gibt es - frei nach dem ESC-Modus - zwölf Punkte für Lissabon!

Hannes Wallner, Kronen Zeitung

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