Mo, 28. Mai 2018

Meist Frauen betroffen

24.04.2018 12:44

Antimuslimischer Rassismus: Immer mehr Fälle

Immer mehr rassistische Vorfälle gegen Muslime werden gemeldet: Insgesamt wurden - schwerpunktmäßig in Wien - im vergangenen Jahr 309 Fälle wie etwa Beschimpfungen und Beschmierungen registriert. Das entspricht einer Steigerung von über 20 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Die Übergriffe richteten sich dabei vor allem gegen Frauen. Auch die Zahl der Hasspostings im Web steigt an.

Zum dritten Mal hat die Dokumentationsstelle Islamfeindlichkeit ihren jährlichen Rassismus-Report präsentiert. Wurden für 2015, zu Beginn der Initiative, 156 Fälle registriert, waren es das Jahr darauf bereits 256. Nun sind es 309 Fälle, ein Plus von 20,7 Prozent im Vorjahresvergleich. Die Initiative erhebt aber keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die meisten Fälle stammen aus der Bundeshauptstadt, wo die Initiative ansässig ist. Aus einigen Bundesländern gab es gar keine Informationen, da man dort nicht vertreten sei.

Kopftuch als Auslöser für Pöbeleien?
98 Prozent der an Personen gerichteten Angriffe betrafen muslimische Frauen. Elif Öztürk Adam und Ümmü Selime Türe von der Dokumentationsstelle begründeten diese Tatsache mit dem Kopftuch, das Personen als Muslime identifiziere. Aber auch eine nichtmuslimische Frau, die dieses Kleidungsstück ohne besonderen Hintergrund getragen hatte, sei angepöbelt worden.

Höhepunkte während Wahlen und Ramadan
Auffälligkeiten gab es auch beim Zeitpunkt der Meldungen. Vor allem im Oktober, rund um die Nationalratswahl, habe es Spitzen gegeben - ähnlich wie im Jahr davor, als der Bundespräsident gewählt wurde. Aber auch im Mai und Juni, wenn die Muslime ihren Fastenmonat Ramadan begehen, waren Höhepunkte zu verzeichnen.

Hate Speech“ am häufigsten
Zu fast 60 Prozent handelte es sich bei den registrierten Vorfällen um „Hate Speech“ bzw. verbale Angriffe. Rund 20 Prozent waren Beschmierungen - teils auch nichtmuslimischer Einrichtungen. Auffallend sei der Anstieg von gemeldeten Angriffen im Internet, deren Zahl sich fast verdoppelt habe.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden