Mo, 21. Mai 2018

Busacca offen wie nie

20.04.2018 21:53

Ex-Star-Schiri für Videobeweis - „Werden gekillt“

Der ehemalige Spitzenreferee Massimo Busacca, Leiter der Schiedsrichterabteilung im Weltverband FIFA, hat sich vehement für die Einführung des Videobeweises ausgesprochen. In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters erklärte der Schweizer, dass dies für die Unparteiischen Sicherheit bedeute. „Unsere Karrieren und Leben müssen sich ändern, sie müssen gerechter werden“, sagte Busacca.

„Um das Leben eines Schiedsrichters zu verstehen, muss man es einmal versuchen. Versuchen Sie, was es heißt, einen großen Fehler zu machen und am nächsten Tag von den Medien gekillt zu werden“, hielt der Ex-Referee fest. „Ein Spieler kann 89 Minuten schlecht sein, dann ein Tor schießen und plötzlich ein Held sein. Als Schiedsrichter kann man 89 Minuten der Beste der Welt sein, dann machst du einen Fehler und du wirst gekillt“, betonte er.

15 Jahre lang arbeitete Busacca als Referee. Er war bei zwei WM-Endrunden im Einsatz und leitete ein Champions-League-Finale. Auf den Videobeweis zu verzichten, heiße auch, sich angreifbar zu machen, beteuerte der 49-Jährige. Die Spieler würden relativ schnell Informationen von außerhalb des Spielfelds erhalten. „Sie sagen dir, wenn du einen Fehler gemacht hast. Wie führst du dann das Spiel weiter? Wenn es einen Vorfall im Strafraum gibt, kompensierst du das dann?“, so Busacca.

Um den Druck auf die Unparteiischen zu verdeutlichen, erzählte Busacca eine Anekdote. In einem wichtigen Champions-League-Spiel habe er einen Spieler ausschließen müssen, er wusste aber nicht, wer das Foul wirklich begangen habe. „Ich sagte zu den Spielern: Bitte sagt mir, wer es war. Sonst könnte das mein letztes Spiel gewesen sein. Die Spieler waren sehr fair. Einer gab es zu und ich zeigte ihm die Rote Karte.“

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden