Fr, 24. November 2017

Kämpferische Worte

04.11.2009 17:33

Quelle-Betriebsrat im Talk: „Wollen eine Entscheidung!“

Wenn am Donnerstag deutsche Lkw in Linz Textilien abladen, ist der Engpass für Quelle Österreich vorbei. Nächste Woche wird noch eine Lieferung erwartet. Bis dahin wollen die 1.040 Quelle-Mitarbeiter eine Entscheidung, wie es mit dem Konzern weitergeht. Dass man trotz voller Bestellbücher und nach guten Jahren vor dem Aus steht, ist für die Mitarbeiter ohnehin unverständlich. "Wir fürchten uns aber vor gar nix", gibt sich Betriebsrats-Chef Felix Hinterwirth kämpferisch.

"Krone": Es gibt angeblich mehrere Interessenten für Quelle Österreich. Wer sind diese?
Felix Hinterwirth: Das werden wir erfahren, wenn etwaige konkrete Fortführungspläne am Tisch sind. Wir hoffen, dass dies noch in dieser Woche passiert. Die Leute wollen eine Entscheidung. Ein Dreivierteljahr Ungewissheit ist mehr als genug.

"Krone": Aber es ist auch für eine Insolvenz alles vorbereitet.
Felix Hinterwirth: Das sind Hausaufgaben, die natürlich gemacht wurden. Da gehört der Insolvenzplan des AMS genauso dazu. Für den schlimmsten Fall ist alles vorbereitet.

"Krone": Auch die vielen Kollegen?
Felix Hinterwirth: Es hat bei uns noch niemand gekündigt oder ist entlassen worden. Wir raten auch ab, auf den Abfertigungsanspruch zu verzichten. Die meisten Sorgen mache ich mir um die vielen allein erziehenden Frauen, die bei uns arbeiten. Wir haben zwar auch einen Sozialtopf, aber der reicht nicht für alle.

"Krone": Warum macht Quelle Österreich nicht alleine weiter, wenn die Bücher voll sind und es über Jahre Gewinne gab?
Felix Hinterwirth: Weil die Gewinne zu gering sind, um sich eigenständig vorzufinanzieren. Wir haben bis zu neun Monate Vorlauf. Derzeit gibt uns kein Lieferant Waren-Kredite.

"Krone": Dafür kreisen schon Geier und Schnäppchenjäger?
Felix Hinterwirth: Als der Internet-Ausverkauf in Deutschland startete, brachen auch unsere Computer zusammen. Obwohl wir damit nichts zu tun haben und die Deutschen nicht nach Österreich liefern. Bei den Firmentoren haben auch schon Schnäppchenjäger gewartet. Das hebt die Stimmung nicht gerade.

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