Mo, 18. Dezember 2017

Korrekter Bericht

04.11.2009 16:14

Verfahren gegen Kaprun-Gutachter nun eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Linz hat nun das Verfahren gegen die vier Hauptgutachter im Kaprun-Strafprozess eingestellt. Zwei deutsche Sachverständige hatten im April des Vorjahres die vier Gutachter des Kaprun-Prozesses angezeigt.

Die Sachverständigen Hans-Joachim Keim und Bernhard Schrettenbrunner hatten den vier Gutachtern vorgeworfen, wichtige Tatsachen nicht berücksichtigt oder falsch dargestellt zu haben.

"Es konnte kein Nachweis erbracht werden, dass die Gutachten vorsätzlich falsch erstellt wurden", sagte der Pressesprecher der Oberstaatsanwaltschaft (OStA) Linz, Friedrich Hintersteininger, am Mittwochnachmittag. Auch die Frage nach einer Wiederaufnahme des Strafverfahrens stellt sich derzeit nicht", sagte Hintersteininger.

Der Vorhabensbericht der Staatsanwaltschaft Linz sei zunächst an die OStA und dann an das Justizministerium gegangen, die dem zugestimmt hätten, sagte der OStA-Pressesprecher.

Beweismitel plötzlich verschwunden
Ausführlich hatten sich Keim und Schrettenbrunner in ihrer Anzeige an die Staatsanwaltschaft Salzburg mit dem Heizstrahler auseinandergesetzt, der als Verursacher der Brandkatastrophe vom 11. November 2000 gilt. Bei dem Feuer im Tunnel der Standseilbahn zum Kitzsteinhorn bei Kaprun kamen 155 Menschen ums Leben. Der Heizlüfter habe laut Gebrauchsanweisung überhaupt nicht in Fahrzeuge eingebaut werden dürfen. Andere Beweismittel und Ölspuren seien während des Ermittlungsverfahrens verschwunden; auch hätten die Sachverständigen den Gerichten in zwei Instanzen "aus technischer Sicht vollkommen falsche Darstellungen über Konstruktion, Produktion und Material der Heizlüftergehäuse vorgelegt".

Bei den Ermittlungen der deutschen Staatsanwaltschaft gegen den Heizungs-Hersteller "Fakir", für die Keim als Gutachter tätig war, ist die Bewertung der Beweisergebnisse etwas anders gewesen als die der österreichischen Kollegen. Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hatte dann auch das Ermittlungsverfahren gegen den Heizlüfterhersteller im September 2007 mangels Tatverdachts eingestellt.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden