Immer mehr Jugendliche

Depression durch exzessive Smartphone-Nutzung

Eine neue österreichische Studie ist der dysfunktionalen Nutzung von Social Media sowie dem damit in Verbindung stehenden Smartphone auf den Grund gegangen. Die Leiterin der wissenschaftlichen Arbeit, Dr. Alexandra Puhm, erklärte City4U, dass eine Smartphone- und Social Media-Sucht nicht so leicht zu definieren sei: „Ein hoher Zeitaufwand für Soziale Netzwerkseiten ist alleine noch kein ausreichendes Kriterium für ein suchtartiges Verhalten. Eine problematische Nutzung entwickelt sich häufig in Wechselwirkung mit anderen Belastungen.“

Obwohl es keine einheitliche Definition gibt, was genau Smartphone-Sucht oder die problematische Nutzung von Social Media ist, konnte die Studie einige interessante Ergebnisse erzielen. Trotzdem ist das Thema sehr ambivalent und es können nicht viele allgemeingültige Aussagen getroffen werden, da das Problem von Individuum zu Individuum unterschiedlich ist. „Eine problematische Nutzung entwickelt sich häufig in Wechselwirkung mit anderen Belastungen: Wenn ein geringes Selbstvertrauen im Umgang mit anderen Menschen durch eine intensive Nutzung von Social Media kompensiert wird, was wiederum zu noch mehr sozialen Rückzug und Unsicherheit führt. Andere Menschen nutzen hingegen Soziale Medien als Ergänzung zu anderen Aktivitäten und haben trotz einer intensiven Nutzung keinerlei Leidensdruck“, weiß Puhm.

#Depression und Angststörung

Für User mit Leidensdruck können Symptome folgende sein: Für die exzessive Nutzung von Smartphones wurden erhöhte Skalenwerte für Angststörung, Depression und Schlafqualität gemessen. Als Symptome für dysfunktionale Internetnutzung gelten Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen und ebenfalls Depression. Weiters wurden auch Zusammenhänge zwischen einer problematischen Nutzung des Internets und Persönlichkeitsstörungen festgestellt.

#Wer ist betroffen?

„Zum Ausmaß einer problematischen Nutzung von Social Media gibt es sehr unterschiedliche Zahlen, was daran liegt, dass Daten dazu sehr unterschiedlich erhoben werden. Aus diesem Grund fehlt auch eine solide Basis zur Beurteilung von Entwicklungen“, beschreibt Puhm. Relativ sicher scheint zu sein, dass junge Menschen häufiger von problematischer Nutzung von Social Media oder Smartphones betroffen sind, als ältere Menschen. Man kann jedoch noch nicht sagen, ob diese Altersverteilung künftig mit dem „Weiterwachsen“ der jetzigen Generationen wandelt oder ob es auch weiterhin ein Jugendphänomen bleibt.

#Was kann man tun?

„Eltern sind oft verunsichert, ob ihre Kinder Smartphones beziehungsweise Social Media Seiten noch in einem angemessenen Ausmaß nutzen oder nicht, vor allem dann, wenn Eltern selbst damit wenig vertraut sind. Hilfreich ist es, das Gespräch mit den Jugendlichen zu suchen und Interesse daran zu zeigen, welche Seiten oder Anwendungen sie bevorzugen“, rät die Wissenschaftlerin. Gemeinsam Regeln für eine sinnvolle Smartphone- und Social Media-Nutzung zu erstellen, sei ebenfalls sinnvoll. „Viele Veränderungen bei Heranwachsenden verunsichern Eltern. Zu bedenken ist, dass diese Veränderungen einen normalen Entwicklungsprozess begleiten, aber auch Hinweis auf andere zugrundeliegende Probleme sein können. Deswegen empfiehlt es sich, in die Beurteilung des Online-Nutzungsverhaltens auch andere Aspekte, gibt es Konflikte in der Familien, wie ist die Situation in der Schule, einfließen zu lassen“, betont Puhm. ersucht

Wer sich für die Studie interessiert und noch mehr spannende wissenschaftliche Erkenntnisse hören möchte: Am Dienstag, den 8. Mai 2018 findet in der Sigmund Freud Privat Universität die Präsentation der Studie von Dr. Alexandra Puhm und Mag. Julian Strizek bei freiem Eintritt statt. Es wird lediglich um eine kurze Anmeldung unter  verhaltenssucht@sfu.ac.at ersucht.

April 2018

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Viktoria Graf
Viktoria Graf
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