Di, 22. Mai 2018

Probleme beim Sex

22.04.2018 06:00

Liebestöter Diabetes

Die Zuckerkrankheit führt bei Männern und Frauen zu Problemen mit der Sexualität, Lustlosigkeit, Erektiler Dysfunktion, Schmerzen und Orgasmusschwierigkeiten. Was Sie dagegen tun können, wenn sich die Krankheit auf diese Weise auswirkt.

Übermäßiger Zucker im Körper beeinträchtigt das Liebesleben! Und zwar von Männern und Frauen. Während „er“ oft mit Potenzproblemen zu kämpfen hat, klagt „sie“ über Scheidentrockenheit, Orgasmusstörungen, aber auch lästige Infektionen im Intimbereich. „Laut Studien leiden sowohl männliche als auch weibliche Diabetiker doppelt so häufig an sexuellen Störungen wie gesunde Menschen“, bekräftigt Univ.-Prof. Dr. Alexandra Kautzky-Willer, Endokrinologin an der MedUni Wien und Präsidentin der Österreichischen Diabetesgesellschaft (ÖDG). „Während bei zuckerkranken Männern erektile Dysfunktion allerdings klar wahrgenommen wird, macht man die Leiden der Frauen oft kaum zum Thema.“ Im weiblichen Körper erschwert der Diabetes das Feuchtwerden der Schleimhäute im Genitalbereich (Lubrikation), was nicht nur zu Schmerzen beim Verkehr, sondern auch zu höherer Infektanfälligkeit führt. Die Folge: Häufiger Harnwegs- und Blasenentzündung oder Pilzerkrankungen. Nervenschäden senken überdies die Erregbarkeit.

Bei Männern stört Diabetes die Durchblutung und fördert Ablagerungen in den Gefäßen - auch im Penis. Oft nehmen die Nerven Schaden, was die Empfindlichkeit der Geschlechtsorgane beeinträchtigt. Erhöhte Blutfette und -hochdruck zerstören die Gefäße zusätzlich. Übergewicht spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle, wenn im Bett „nichts mehr läuft“. Ebenso zeichnet eine sexualhormonelle Dysbalance dafür verantwortlich. Dass Diabetes in vielen Fällen mit Depressionen einhergeht, mindert die Lust hier natürlich auch. „Die Patienten bringen das Thema beim Arzt meist erst auf, wenn der Druck sehr groß ist“, erzählt Prof. Kautzky-Willer. „Wichtig wäre ein jährliches Screening mit festgelegten Fragen. Viele Betroffene würden laut Studien auch gerne vom Mediziner direkt darauf angesprochen werden.“

Zur Vorbeugung ist eine korrekte Blutzuckereinstellung ein Muss. Weiters rät die Expertin dazu, Übergewicht abzubauen, mehr Bewegung zu machen und gesünder zu essen. Rauchen einstellen! Möglicherweise sind Medikamente Schuld und sollten ausgetauscht werden. Männer haben Behandlungsmöglichkeiten von Tabletten bis hin zur Operation, Frauen profitieren z.B. von Beckenbodentraining, Gleitgelen oder hormonhältigen Zäpfchen.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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