Mo, 21. Mai 2018

Wirbt um Vertrauen

19.04.2018 13:20

Charmeoffensive in Moskau: Kneissl trifft Lawrow

Außenministerin Karin Kneissl hob am Donnerstagmorgen zu einem Staatsbesuch ab, der in die Kategorie „Werbung in eigener Sache“ fällt. Neben bilateralen Themen und Treffen mit Menschenrechtsgruppen sucht Kneissl in Moskau auch den Dialog mit ihrem Amtskollegen Sergej Lawrow in der Causa Syrien. Österreich hat sich in den letzten Tagen mehrfach als Vermittler angeboten.

Nicht nur in der Causa Syrien, sondern auch in der Giftaffäre in Großbritannien rund um den vergifteten Ex-Spion Sergej Skripal möchte die Außenministerin eine „Brückenbauerin“ sein. Am Donnerstag wird sie in Moskau das erste Österreich-Institut in einem Land eröffnen, das nicht zu unseren Nachbarstaaten zählt, davor hält sie noch eine Vortrag an der Diplomatischen Akademie.

Für Freitag steht dann das mit Spannung erwartete Treffen mit Amtskollege Lawrow an. Dieser hat zuletzt kein gutes Haar am Westen gelassen, am Montag hatte er gemeint, durch die Militärschläge in Syrien „habe man das letzte bisschen Vertrauen verspielt“.

Besuch als diplomatische Gratwanderung
Außenministerin Kneissl, die die Luftschläge als „nachvollziehbar“ bezeichnete, hat nun die schwierige Aufgabe, zumindest einen Teil dieses Vertrauens wieder herzustellen. Fraglich ist, wie ihr Lawrow begegnet - Kneissl unterstützt die Regierungslinie, die die Annexion der Krim als völkerrechtswidrig bezeichnet. Eine diplomatische Gratwanderung beim Rühren der Werbetrommel in eigener Sache.

Clemens Zavarsky, Kronen Zeitung/krone.at

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