So, 20. Mai 2018

Linzer Professor

19.04.2018 11:04

„Flexibel und agil zu sein, reicht nicht“

Das Logo wurde noch einmal adaptiert, 300 Quadratmeter große Räumlichkeiten wurden bezogen: Am Standort der Kunstuni am Linzer Hauptplatz richtete Michael Shamiyeh das „Center for Future Design“ ein. Der 48-Jährige, der sechs Studientitel gesammelt hat, will von hier aus Firmen helfen, ihre Zukunft zu gestalten.

Man nehme ein leeres Grundstück und überlege, was man dort bauen könnte - mit dem Zugang eines Architekten geht Michael Shamiyeh auch an die Strategieentwicklung bei Unternehmen heran. „Was wäre das Ideal für eine Sache?“, fragt der Professor der Linzer Kunstuni. Im neuen „Center for Future Design“ beschäftigt er sich mit der „Foresight Journey“, einem Programm für Top-Führungskräfte, das mit der Uni St. Gallen und der Stanford-Universität abgehalten wird. Eine Reise, bei der Firmen bei ihrer Zukunftsgestaltung begleitet werden.

“Öfter ist das Adaptieren gar nicht sinnvoll“
„Die ,Foresight-Journey‘ vermittelt eine Denkweise und Fähigkeiten, die helfen, in einer von Umbrüchen gekennzeichneten Landschaft zu navigieren und Wege zu zukunftsfähigen Handlungsfeldern zu finden“, sagt er. Das Wichtigste dabei ist, dass nicht von der Gegenwart aus eine Strategie entwickelt wird, sondern ganz frei nach vorne gedacht wird. „Öfter ist das Adaptieren nämlich gar nicht sinnvoll“, so Shamiyeh, der seit September auch Gast-Professor in Stanford ist.

Programm wird heute vorgestellt
„Es heißt überall, dass du agil und flexibel sein musst, aber das unterliegt einem Trugschluss - denn man braucht Orientierung, wo die Reise hingeht“, sagt der 48-Jährige, der das Programm heute in der Linzer Kunstuni präsentiert und auch gleich erlebbar macht.

Barbara Kneidinger, Kronen Zeitung

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