Fr, 25. Mai 2018

Kampf gegen Feinstaub

19.04.2018 07:16

Chinesische Metropole stellt XXL-Luftreiniger auf

Im Kampf gegen ihre hohe Feinstaubbelastung setzt die chinesische Millionenstadt Xian auf einen Luftreiniger der Größe XXL. Die Metropole in der Provinz Shaanxi hat einen 60 Meter hohen Schlot, der an einen Industrie-Rauchfang erinnert, errichtet, der gefilterte saubere Luft versprüht.

Doch anders als die Fabrikschlote nördlich der Stadt stößt der Turm keine schwarzen Rauchwolken aus - sondern saugt verschmutzte Luft auf, filtert sie und bläst saubere Luft wieder aus. Der solarbetriebene Luftreiniger steht zwischen Hochhäusern am Stadtrand von Xian.

Reinigt bis zu 18 Millionen Kubikmeter Luft pro Tag
Er kann zwischen fünf und 18 Millionen Kubikmeter Luft pro Tag reinigen, je nach Wetter, Jahreszeit und dem Niveau der Umweltbelastung. Die Belastung mit Feinstaub der gefährlichen Partikelgröße PM 2,5 - sie sind besonders gefährlich und können Asthma, Allergien, Krebs sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachen - kann er auf einem Gebiet von zehn Quadratkilometern um zehn bis 19 Prozent verringern.

Weitere Türme in Planung
Der Turm läuft zunächst im Testbetrieb, geplant sind weitere Stationen in der Acht-Millionen-Einwohner-Stadt. Laut dem Umweltexperten Cao Junji müssten allerdings 100 solcher Türme aufgestellt werden, um die gesamte 1000 Quadratkilometer große Stadt abzudecken. Die Methode ist teuer: Der Bau eines solchen Turms kostet zwölf Millionen Yuan (umgerechnet rund 1,5 Millionen Euro), der Betrieb 200.000 Yuan (25.000 Euro) pro Jahr.

Chinas Städte leiden unter Luftverschmutzung
Die Regierung in Peking hat der starken Luftverschmutzung den Kampf angesagt. In einigen Regionen ist die Luft so schlecht, dass die Menschen nur mit Mundschutz vor die Tür gehen. Viele Chinesen besitzen Luftreiniger für ihre Wohnungen. Im vergangenen Winter hatten die Behörden die Produktion zahlreicher Fabriken eingeschränkt, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren.

 krone.at
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