Mi, 25. April 2018

Theater für Kinder

15.04.2018 11:00

Ein Welterklärungsmodell im Seifenblasenmeer

Der Musiker, Liedermacher und Poet Peter Licht aus Köln macht nicht nur Indie-Popmusik, sondern er stellt Gott und das Geldkonto auf den Kopf. Das Internet versenkt er am Meeresgrund. In den Linzer Kammerspielen hatte am Freitag sein witziges Stück „Wunder des Alltags“ Premiere: ein lustiges Welterklärungsmodell mit Überraschungen.

Peter Licht ist Popmusiker und populärer Autor. Er hat sich etwas vom magischen Denken behalten, das jeder in seiner Kindheit voller Glücksgefühle auslebt, denn es lässt uns über die Welt staunen - bis zum Schuleintrittsalter. Dann drehen uns Technik und Wissenschaft die Quelle der Phantasie zu. Peter Licht ist die Ausnahme. Er nimmt das Technische wieder her, die Zahlenwelt, das Internet und bringt all das wieder auf einen märchenhaften Boden. Im Stück „Wunder des Alltags“ geht es sehr stark ums Geldverdienen, aber auch um Gott, die Liebe, die Chefs und die Tiefseefische kommen vor.

Freitag, der 13.
Der Premierenfreitag, der 13., hatte es aber in sich: Landestheater-Intendant Hermann Schneider informierte das Publikum, dass aufgrund eines Blitzeinschlags die Steuerung der Drehbühne außer Kraft gesetzt worden sei. Die gelungene Inszenierung von Regisseurin Antje Thoms hielt das gut aus. Sie führt vier Kinder in Latzhosen durch Peter Lichts schräge Deutungen. Sie stellt ihnen eine Wunderkiste, bunte Bälle, Glitzer, Seifenblasen, eine Schaukel zur Verfügung. Das Wundersame unterstreicht sie noch mit grandiosen, wohl mit Hingabe entworfenen Kostümen. Tipp: Mehr Mut zum Austriazismus! Das Wort „Lutscheis“ ist in Österreich gefühlsmäßig leer, wenn es aber um „Eislutscher“ geht, rinnt einem schon das Wasser im Mund zusammen. Und das spielt im Stück keine unwesentliche Rolle…

Mitmach-Momente und Lacher
Die Knaben, fein gespielt von Steven Cloos, Karina Pele, Christopher Schulzer und Anna Katharina Fleck, lassen keine Sekunde aus, um das junge Publikum ab 8 Jahren bei der Stange zu halten. Sie sorgen für Mitmach-Momente und herzliches Lachen! Sehenswert! Nächste Vorstellung am 22. April und 1. Mai

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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