Mo, 23. April 2018

Mit Info & Straßenbahn

14.04.2018 07:11

Diabetestag in Graz!

Diabetes - ein Thema, das uns alle betreffen kann. Am 19. April findet dazu der große Diabetestag in Graz statt, mit Infos und Vorträgen. Und in der Straßenbahn kann man sich gleich testen lassen! Mehr dazu weiß Prof. Harald Sourij, Spezialist an der Grazer Uniklinik.

Herr Professor, wie sehr ist die Bevölkerung von Diabetes betroffen?

Sechs Prozent, so schätzt man; in Österreich sind es aktuell rund 600.000 Menschen. Dazu kommen allein in der Steiermark sicher noch einmal an die 80.000, die zwar betroffen sind, aber die Diagnose nicht kennen.

Die Medizin unterscheidet Typ I und II, was sind die Unterschiede, wo steigt die Häufigkeit der Fälle?

Letzteres bei beiden Typen, Typ II ist aber deutlich häufiger, darauf entfallen 90 Prozent der Erkrankungen. Das gilt als Altersdiabetes, jeder Vierte über 75 Jahren ist betroffen.

Man nennt es auch Wohlstandsdiabetes…

…wegen der Risikofaktoren, die auch in Übergewicht und Bewegungsmangel liegen. Was Auslöser für Typ I, also kindliche Diabetes, sind, ist wissenschaftlich noch nicht eindeutig abgeklärt. Dabei baut der Körper insulinproduzierende Zellen in der Bauchspeicheldrüse ab. Der Patient braucht lebenslang Medikamente, um dies auszugleichen.

Was ist der Grund dafür?

Eine Autoimmunerkrankung, wobei der Körper durch Fehlmechanismen quasi auf sich selbst losgeht, eigene Zellen vernichtet. Autoimmunerkrankungen nehmen auch zu, es gibt nur Hypothesen über den Auslöser. Möglicherweise haben Infekte damit zu tun.

Was hat sich im Bereich Diabetes in den vergangenen Jahren getan?

Weniger viel bei der Basisbehandlung, die ja in der Prävention liegen würde. Also Gewicht reduzieren und mehr Bewegung, dafür muss jeder selbst sorgen. Aber medikamentös hat sich sehr viel bewegt. Es gibt mittlerweile acht Substanzenklassen, die wir einsetzen können - vor noch gar nicht so langer Zeit erschöpfte sich unser Repertoire in drei. Wir haben sehr viel mehr Wissen und gute Therapien.

Wie normal kann man mit Diabetes leben?

Es ist nicht so, dass man keine Einschränkungen hätte, die Lebensqualität sinkt auf jeden Fall mit der Diagnose. Es gibt aber massive Verbesserungen, man kann jetzt schon viel über Medikamente machen. Die Blutzuckermessgeräte werden immer kleiner oder am Körper tragbar, da gab es massive Verbesserungen.

Was passiert jetzt genau am 19. April in Graz?

Es findet der Diabetestag unter dem Motto „Leben mit Diabetes - eine lösbare Herausforderung“ statt. Im Rathaus können sich ab 11 Uhr Interessierte und Betroffene über die Zuckerkrankheit informieren, lernen, wie man Symptome erkennt, wie man vorgeht. Man bekommt Anleitungen zu Sport, Bewegung, Ernährung, psychologische Unterstützung.

Sie bringen also alles „auf Schiene“…

Und das buchstäblich! Zusätzlich sind Diabetesberater in einer Straßenbahn-Garnitur unterwegs, zwischen 18. und 21. April, auf verschiedenen Routen. Dort kann man während der Fahrt, gratis und unbürokratisch, Blutzucker messen lassen. Zusätzlich gibt es noch eine Fachtagung im Grazer Congress, zu der wir 350 Spezialisten erwarten.

Christa Bluemel
Christa Bluemel

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