Do, 26. April 2018

Selbst betroffen

12.04.2018 11:55

Auch Mark Zuckerbergs Daten wurden abgegriffen

Der Datenmissbrauch macht auch vor Facebook-Chef Mark Zuckerberg nicht Halt. In der vierten Woche des Skandals, der die Grundfesten des weltgrößten sozialen Netzwerkes erschütterte, gab der 33-Jährige im US-Kongress zu, dass auch seine Nutzerdaten durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica zweckwidrig abgegriffen wurden. Auf eine entsprechende Frage eines Abgeordneten antwortete er mit „Ja“, ohne Details zu nennen. Damit gehört der Milliardär zu den bis zu 87 Millionen Betroffenen.

Bereits den zweiten Tag in Folge beantwortete Zuckerberg am Mittwoch die Fragen von Politikern zum Datenskandal, bei dem Informationen zugunsten von US-Präsident Donald Trump im Wahlkampf eingesetzt wurden, aber auch zu Falschnachrichten und Hassrede auf der Online-Plattform. Diesmal sagte er vor dem Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses aus. Viele der Fragen wiederholten sich und auch Zuckerbergs Antworten ähnelten denen vom Vortag. So wurde er nicht müde zu erklären: „Wir erlauben Werbekunden, bestimmte Leute anzusprechen, aber wir verkaufen keine Daten.“

Daten bei Facebook laut Zuckerberg sicher
Obwohl selbst Opfer des Datenskandals, betonte Zuckerberg, dass die Daten bei Facebook sicher seien. Im Gegensatz zum Vortag lächelte Zuckerberg seltener und grinste erst ganz am Ende, als der Ausschussvorsitzende Greg Walden nach fünf Stunden scherzte, noch eine weitere Runde an Fragen zuzulassen. Bei der Anhörung trug der frühere Harvard-Student erneut einen dunklen Anzug, während er sich einer entsprechenden inoffiziellen Kleidungsordnung am Tag des Börsengangs 2012 noch verweigerte hatte.

Erneut ließ sich Zuckerberg keine konkreten Zusagen dazu abringen, eine stärkere Kontrolle des weltgrößten sozialen Netzwerks zuzulassen. Angesichts des Datenskandals denken Politiker über eine stärkere Regulierung nach. Einzelne Volksvertreter haben sogar eine Zerschlagung von Facebook mit seinen mehr als zwei Milliarden Nutzern gefordert. Dass letztlich entsprechende Schritte eingeleitet werden, dürfte ein sehr langer Weg sein. So äußerte sich der Republikaner Chris Collins: „Im Moment brauchen wir keine weitere Regulierung.“

Viele Fragen offen
Zuckerberg verwies auf die Veränderungen, die Facebook vorgenommen habe. So gebe der Konzern Nutzern mehr Kontrolle über ihre eigenen Informationen und vereinfache die Verwaltung der Einstellungen. In Europa werde zudem die ab Ende Mai gültige Datenschutz-Grundverordnung ihren Beitrag leisten, kündigte Zuckerberg an. Zu konkreteren Aussagen ließ er sich nicht hinreißen. Somit wurde am Ende auch die Ausgangsfrage des ranghöchsten Demokraten im Ausschuss, Frank Pallone, nicht abschließend beantwortet: „Wie können Verbraucher Kontrolle über ihre Daten haben, wenn Facebook keine Kontrolle über die Daten hat?“

 krone.at
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