Sa, 21. April 2018

Video aufgetaucht

11.04.2018 09:19

Scharfschütze verwundet Palästinenser an Grenzzaun

Für Diskussionen sorgt derzeit ein Video, das den Schuss eines israelischen Scharfschützen auf einen Palästinenser an der Grenze zum Gazastreifen zeigt. Der verwundete Mann fällt zu Boden, Kameraden des israelischen Schützen reagieren mit Freudenschreien - „dieser Hurensohn“, ruft einer von ihnen auf Hebräisch.

Es ist unklar, woher die Aufnahmen kommen und ob sie während der jüngsten Massenproteste an der Gaza-Grenze aufgenommen wurden. Auch was mit dem Palästinenser geschah, ist unklar. Die Aufnahmen zeigen, wie andere Personen zu ihm laufen, um ihm zu helfen. Angeblich wurde er lediglich am Bein verletzt.

Israelische Armee kündigt Untersuchung an
Die israelische Armee teilte am Montag mit, das Video zeige offenbar einen Vorfall, der sich vor einigen Monaten ereignet habe. Man werde ihn gründlich untersuchen.

Die Menschenrechtsorganisation Betselem verurteilte „die illegalen Befehle, die Soldaten anweisen, auf Menschen zu schießen, die niemanden gefährden“. Es habe Hunderte solcher Vorfälle an der Gaza-Grenze gegeben.

„Hinrichtung von jemandem, der keine Gefahr darstellt“
Der arabische Abgeordnete Aiman Auda schrieb auf Twitter, das Video sei zutiefst erschütternd: „die Freudenrufe darüber, dass ein Leben genommen wurde, und was aussieht wie eine Hinrichtung von jemandem, der keine Gefahr darstellte“.

Minister verteidigen Soldaten
Israelische Minister hingegen verteidigen die Soldaten: „Ich unterstütze unsere Soldaten, die Tag und Nacht mit Hamas-Terroristen zu tun haben und ihr Leben an unserer südlichen Grenze gefährden“, schrieb Gilad Erdan, Minister für innere Sicherheit.

Der israelische Erziehungsminister Naftali Bennett sagte dem Armeesender, es könne nicht angehen, dass Menschen, die in der Küstenmetropole Tel Aviv sitzen, Soldaten im Feld wegen ihrer Äußerungen verurteilen. „Ich bin auf der Seite der Soldaten, wir schicken sie dorthin und es ist ihr Verdienst, dass Zehntausende Gaza-Einwohner, unter ihnen sehr viele Terroristen, nicht nach Sderot oder Ashkelon eindringen.“

Seit Ende März sind bei dem schlimmsten Gewaltausbruch seit 2014 mindestens 32 Palästinenser getötet und mehr als 2800 verletzt worden, die meisten von ihnen durch Tränengas. Hunderte erlitten nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei Massenprotesten Schussverletzungen. Israels Armee betont, es werde nur entsprechend klarer Regeln geschossen, etwa auf Personen, die den Grenzzaun attackierten oder Soldaten gefährdeten.

 krone.at
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