So, 19. November 2017

„Zu spät“ gelöst

01.11.2009 18:26

Kontrolleure ließen entwertetes Ticket nicht gelten

Auch das soll es geben: Weil Friedrich Huber (Bild) aus Salzburg im O-Bus nach Ansicht der Kontrolleure seinen Fahrschein "zu spät" entwertete, wollten ihm die Wachbediensteten eine Strafe aufbrummen – und zerrten den Pensionisten sogar bis zur Polizei! Strafe setzte es trotz Anzeige keine, Huber hatte ja ein gültiges Ticket…

"Aber dass es überhaupt so weit kommen muss, das bringt einen schon zum Nachdenken", ärgert's den 62-Jährigen noch heute. Denn der Vorfall selbst liegt schon länger zurück. Da stieg Huber bei der Haltestelle Roseggerstraße in die O-Buslinie 2, suchte sich einen Sitzplatz, stellte seine Einkaufstaschen auf den Boden und entwerte dann sein Ticket. "Eine Monatskarte. Ich fahre regelmäßig mit den Öffis", erzählt Huber.

"Wollten mir sofort Strafe aufbrummen!"
Doch nur einen Moment später hallte es durch den langen Gelenksbus: "Fahrscheinkontrolle. Sie haben zu spät entwertet!" Huber: "Sie waren zu dritt, wollten mir trotz gültigem Ticket eine Strafe aufbrummen. Sie waren im Ton sehr ungehalten", erinnert sich der rüstige Rentner. "Sie wollten sofort mit mir aussteigen und mich strafen."

Anzeige bei der Polizei
Dafür wollten die Kontrolleure auch den Personalausweis von Huber sehen, den er aber verweigerte. "Ich habe ein Ticket", setzte sich Huber zur Wehr. Da alarmierten die Wachbediensteten prompt die Polizei. Die Folgen: Anzeige und Aufforderung zur Rechtfertigung binnen zwei Wochen bei der Polizeidirektion.

Verfahren eingestellt
"Alles ein unglaublicher Aufwand. Ich bin halt zur Polizei und habe mein Ticket vorgelegt", so Huber. 14 Tage später fand er einen Brief im Postkasten: die "Mitteilung über die Einstellung des Verwaltungsstrafverfahrens."

von Max Grill, Kronen Zeitung

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