Mo, 23. April 2018

Alarmglocken schrillen

11.04.2018 07:00

Trotz Strafandrohung wurde Luft sogar schlechter

Keinen Grund zum Aufatmen liefert die Luft-Jahresbilanz! Die Stickstoffdioxid-Werte der Problem-Messstellen in Linz und Enns-Kristein haben sich gegenüber 2016 wieder verschlechtert. Damit wurde seit 2001 der Grenzwert der europäischen Union stets deutlich überschritten. Gelingt nicht bald die Trendwende, wird ein EU-Vertragsverletzungsverfahren immer wahrscheinlicher.

Auch Umwelt-Landesrat Rudi Anschober von den Grünen fällt es bei der Luft-Bilanz für 2017 schwer, positive Schlüsse zu ziehen. „Über weite Bereiche ist auch dank der günstigen Witterung im zweiten Halbjahr die Bilanz der Luftqualität gut“, sagt er. Er weiß aber auch: Bei den Problemzonen an der Westautobahn in Enns-Kristein und in Linz beim Römerbergtunnel sind die Stickstoffdioxid-Werte wieder gestiegen.

EU-Grenzwert in weiter Ferne
Der Durchschnittswert in Enns lag bei 43,6 Mikrogramm pro Kubikmeter und in Linz bei 46,3. Das Erreichen des von der EU vorgeschriebenen Wertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter rückt in noch weitere Ferne.  Anschober betont deshalb einmal mehr, dass es fünf vor zwölf ist: „Es ist davon auszugehen, dass die EU nach Enns nun auch für Linz ein Vertragsverletzungsverfahren einleitet. Wir müssen rasch Maßnahmen setzen!“

Maßnahmenkatalog ist seit Monaten überfällig
In den nächsten Wochen will er den längst fälligen Maßnahmenkatalog vorlegen. An oberster Stelle steht der Ausbau des öffentlichen Verkehrs. „Nur 17 Prozent der Pendler nutzten die Öffis. In anderen Ländern ist der Anteil doppelt so hoch. Dort wollen und können wir hin“, so Anschober. Ein weiterer Schwerpunkt zielt auf die Bildung von Fahrgemeinschaften hin.

Elektro-Taxis für Linz
Der Grünen-Politiker macht sich auch für die Umrüstung der Linzer Taxi-Flotte auf Elektro-Autos stark: „Als Beispiel könnte München dienen!“ Eine Umweltzone mit Fahrverboten für Diesel-Fahrzeuge sei die letzte Konsequenz.

Mario Zeko, Kronen Zeitung

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