Do, 26. April 2018

„Enormes Potenzial“

09.04.2018 14:04

KI könnte BIP um 1,2 Prozent steigern

Österreich, aber auch andere mitteleuropäische Länder wie Deutschland hinken beim Thema künstliche Intelligenz hinterher. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der Boston Consulting Group (BCG). Dabei könnte durch die Technologie die Wertschöpfung Österreichs im Laufe der kommenden zehn Jahre um fünf Milliarden Euro oder 1,2 Prozent der Wirtschaftsleistung steigen, so Hannes Pichler, Partner des Beratungsunternehmens, vor Journalisten in Wien

Das Potenzial von KI sei gewaltig, so Pichler. Erfahrungen zeigten, dass Transportwege um 15 bis 20 Prozent verkürzt und Lagerbestände um 20 Prozent verringert werden könnten. Der Wartungsbedarf von Maschinen ließe sich zudem halbieren. Er berate ein Unternehmen, das der Hälfte seiner Kunden nach klassischen Kriterien Angebote legt, der anderen Hälfte nach einem Algorithmus, der aus allen vorhandenen Daten Präferenzen herausliest, erzählte Pichler. Nach einem halben Jahr liege das Umsatzplus der vom Algorithmus bedienten Kunden bei 20 Prozent - Tendenz weiter steigend, da der Algorithmus laufend dazulerne.

Österreich hinkt hinterher
BCG hat Führungskräfte von 1100 Firmen in zwölf Ländern zu ihrer Nutzung von KI für die industrielle Produktion befragt, davon etwa 100 in Österreich. Demnach liegen die USA, wo 25 Prozent bereits auf solche Methoden zurückgreifen, vor China (23 Prozent) und Indien (19 Prozent). Österreich liegt mit zwölf Prozent KI-Nutzung im hinteren Drittel dieser Auswahl. Vor allem China sei sehr beeindruckend, sagt Pichler. Dort werde das Thema „generalstabsmäßig angesetzt“. Ziele pro Branche würden definiert und dafür auch die Ausbildungswege auf der Universität geschaffen, zudem werde auch Kapital dafür zur Verfügung gestellt. Zwar könne die „Durchfinanzierung“ durch den Staat nicht das Ziel sein, räumt Pichler ein, sehr wohl sollten aber Anreize gesetzt werden.

Künstliche Intelligenz sei aber nicht nur eine Frage der besten Programmierer. Wer erfolgreich sein wolle, müsse viel probieren und dabei Fehler zulassen - eine Kunst, die Österreicher im Speziellen und Mitteleuropäer im Allgemeinen nicht so gut beherrschten wie Menschen anderer Kulturen, so Pichler. Außerdem müssten Firmen sehr schnell handeln: Besser heute als morgen beginnen und wenn es Erfolge gebe, sofort ausrollen. Denn: Der Wettbewerbsvorteil wird laut Pichler vielleicht nur ein Jahr halten und nicht zehn, dafür könne er sehr groß sein.

 krone.at
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