Mi, 22. November 2017

Leben am Limit

30.10.2009 16:40

33.500 Grazer in Armutsgefahr, viele Junge betroffen

Laut dem aktuellen Armutsbericht der Stadt sind 13 Prozent der Grazer von Armut gefährdet; sieben Prozent der Grazer, also knapp 2.000 Menschen, leben tatsächlich in Armut. Das größte Armutsrisiko haben Arbeitslose und Alleinerzieherinnen.

Als von Armut gefährdet gilt in Österreich, wer weniger als 900 Euro netto (plus 456 Euro pro weiterem Erwachsenen und 274 Euro für Kinder / Jugendliche) im Monat verdient – in Graz liegen rund 33.500 Menschen unter dieser Grenze. Das sind 13 Prozent der Einwohner.

Gäbe es keine Sozialleistungen, wären gar 30 Prozent der Grazer betroffen, also 77.000 Personen. Dem größten Armutsrisiko ausgesetzt sind Arbeitslose (42 Prozent), dicht gefolgt von Alleinerzieherinnen (32 Prozent) und Frauen in Pension (27 Prozent). SPÖ-Sozialstadträtin Elke Edlinger: "Besonders beängstigend ist, dass zehn Prozent aller Kinder und Jugendlichen bis 19 Jahren in Graz von Armut bedroht sind!"

Edlinger für Erhöhung der Mindestpension
Eine Lanze bricht Edlinger auch für die Mindestpensionisten: "Es ist beschämend, dass sie bei der Stadt oder in sozialen Einrichtungen oft Bittsteller sein müssen, weil sie mit ihrer Pension nicht auskommen können. Eine Erhöhung der Mindestpension muss das Ziel sein."

Armut verfestigt sich
Stark gestiegen ist die Anzahl jener Menschen, die über einen längeren Zeitraum Sozialhilfe beziehen. Edlinger: "Die Armut in Graz verfestigt sich. Vielen Menschen sieht man auf den ersten Blick gar nicht an, dass sie armutsgefährdet sind oder bereits in bitterer Armut leben müssen."

von Gerald Richter, "Steirerkrone"

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