Do, 23. November 2017

Führungswechsel

31.10.2009 19:51

Austria verliert in Wr. Neustadt ++ Bullen wieder Erster

Die Wiener Austria kann gegen Tabellennachzügler offenbar nicht mehr gewinnen – nach dem 1:2 gegen Schlusslicht Kärnten vor wenigen Wochen und dem 0:1 gegen den Vorletzten Kapfenberg kassierte die Daxbacher-Elf in der 14. Runde der tipp3-Bundesliga am Samstag auch gegen den Drittletzten Wiener Neustadt eine 3:4-Pleite. Erfolgreicher als die Austria gestalteten Red Bull Salzburg (2:0 gegen Mattersburg), Rapid (1:0 gegen Ried) und Sturm Graz (4:0 gegen Austria Kärnten) aus der Favoritenrolle heraus ihre Partien.

Wiener Neustadt - Austria Wien 4:3 (2:1)
Im Spiel des aktuellen gegen den ehemaligen Verein von Milliardär Frank Stronach hatte die Austria zunächst ein leichtes Übergewicht, doch die Magna-Truppe stand defensiv gut. Aigner hatte zudem in der Anfangsphase die größte Chance, sein Volley ging aber am Tor vorbei (11.). In der 26. Minute schlug aber Schumacher zu: Der Sturmtank verwertete eine Acimovic-Flanke mit einem wuchtigen Kopfball zur 1:0-Führung der Austria. Es war der erste Bundesliga-Treffer des Brasilianers für die Austria.

Doch die Freude der Violetten währte nicht lange, schon zwei Minuten später traf Kuljic nach einem Getümmel im Strafraum zum 1:1 (28.). Sechs Minuten später legte Aigner nach: Florian Klein wehrte zunächst auf der Linie einen Aigner-Schuss mit der Hand ab und wurde von Schiedsrichter Meßner mit Rot wegen Torraubs in die Kabine geschickt. Aigner verwertete den Elfmeter souverän.

Auch mit nur zehn Mann kam die Austria schwungvoll aus der Kabine, doch Wr. Neustadt wusste die Räume zu nützen und erhöhte in der 56. Minute auf 3:1. Nach einer Attacke an ihm reagierte der gefoulte Kuljic am schnellsten: Während die Austrianer noch diskutierten, spielte er den Ball Ari in den Lauf, der alleine vor Torhüter Safar keine Probleme hatte.

Wr. Neustadt vergab in der Folge große Chancen zur endgültigen Entscheidung und musste stattdessen noch einmal bangen, nachdem Acimovic einen Freistoß aus rund 20 Metern zum 2:3 im Tor versenkte (63.). Doch Wolf erhöhte nach einem Solo in der 76. Minute auf 4:2, der neuerliche Anschlusstreffer von Diabang in der Nachspielzeit (92.) kam zu spät. Dem Aufsteiger gelang damit der erste Erfolg über einen Verein der "Big Four".

Rapid - Ried 1:0 (1:0)
Mehr Erfolg als der violette Stadtrivale hatte dagegen der SK Rapid Wien. Die Grün-Weißen besiegten die SV Ried durch ein Tor von Markus Katzer (12.) mit 1:0 und sind nun mit einem Punkt Rückstand auf Meister Salzburg Zweiter sowie – nach Verlustpunkten – heimlicher Tabellenführer der österreichischen Bundesliga. Die frühe Führung erleichterte dem Rekordmeister das Spiel freilich erheblich. Linksverteidiger Katzer, der bereits vor einer Woche beim 4:0-Sieg gegen Mattersburg das erste Tor erzielt hatte, traf in der 12. Minute per Kopfball.

Beide Mannschaften zeigten danach bis zum Ausschluss des Rapidlers Gartler (56.) ein offenes Spiel, wobei Rapid die besseren Chancen hatte: Branko Boskovic (41.) köpfelte kurz vor der Pause aus zwei Metern über das Tor, fünf Minuten zuvor war er mit einem Volleyschuss (36.) nur knapp gescheitert. Auch Ried hatte in der ersten Hälfte gute Tormöglichkeiten: Nacho (28., 43.) vergab zweimal spektakulär, als er einen Flugkopfball und einen Fallrückzieher neben das Tor setzte.

Insgesamt hatte Rapid das Spiel aber im Griff. Auch die Rote Karte gegen Stürmer René Gartler gefährdete den Sieg der Wiener kaum. Rapid überließ den Gästen nach dem Ausschluss die Initiative, Ried konnte aber keine zwingenden Torsituationen herausspielen und war nur durch Standards gefährlich. In der Nachspielzeit sah der eingewechselte Rieder Philipp Huspek (92.) wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot.

Salzburg - Mattersburg 2:0 (1:0)
Die in den jüngsten drei Spielen mit nur einem erzielten Tor wenig treffsicheren Gastgeber haben sich auch gegen die defensiv eingestellten Burgenländer, die die gesperrten Stammkräfte Atan und Naumoski vorgeben mussten, lange schwergetan. Bereits nach 20 Minuten bekamen die Salzburger Pfiffe ihrer unzufriedenen Fans zu hören. Zuvor hatte Schmidt Salzburg-Tormann Gustafsson geprüft und die erste Torchance des Spiels verzeichnet. Die ersten nennenswerten Möglichkeiten der Gastgeber verzeichnete Janko: Ein Freistoß der Sturmspitze (24.) ging knapp daneben, einen Kopfball (30.) nach Schwegler-Flanke parierte Borenitsch mit dem Fuß.

Nach einer weiteren vergebenen Chance von Janko (35.) klappte es für den Torschützenkönig in der 42. Minute doch noch mit dem neunten Saisontor, er spitzelte eine Tchoyi-Hereingabe von links an Borenitsch vorbei. Mit der verdienten Führung im Rücken gewannen die Salzburger ein wenig an Sicherheit, Berauschendes bekamen die Fans in Wals-Siezenheim aber weiterhin nicht geboten. Die Mattersburger waren aus den wenigen sich bietenden Konterchancen weiterhin nicht durchschlagskräftig genug.

Schüsse von Pokrivac (47.) und Tchoyi (59.) konnte Borenitsch in der zweiten Spielhälfte noch abwehren, beim 0:2 in der 61. Minute war er dann aber machtlos: Janko verlängerte einen Eckball zum frei stehenden Schiemer, der aus kurzer Distanz zu seinem ersten Bundesligator für die Bullen einschoss. Eine Minute zuvor hätten sich die Gastgeber freilich beinahe den Ausgleich eingehandelt. Ein Fehler von Sekagya ermöglichte Waltner eine Großchance, der Stürmer scheiterte allerdings kläglich an Gustafsson. Danach begnügte sich der Meister mit dem Erreichten und auch die Burgenländer ließen den nötigen Nachdruck vermissen.

Sturm - Kärnten 4:0 (2:0)
Sturm kann ja doch noch siegen: Was sich bereits mit dem 2:0 in Mattersburg angedeutet hatte, wurde gegen Kärnten bestätigt. Nach einer schwachen Anfangsviertelstunde der Partie übernahmen die Hausherren vor 12.488 Zuschauern in der UPC-Arena erwartungsgemäß das Kommando und zogen fortan ihr gefürchtetes Offensivspiel auf. Logische Folge: Jantscher zog nach einer schönen Aktion über ihn selbst sowie Kandelaki aus 22 Metern ab, Kärntens Ersatzgoalie Heinz Weber zeigte bei dem verdeckten Schuss ins kurze Eck keine Reaktion (22.).

Drei Minuten später verhinderte der Schranz-Ersatz bei einem Hölzl-Schuss aus 25 Metern einen höheren Rückstand (25.). Im zweiten Duell mit dem Grazer Kapitän war Weber dann aber machtlos: Ein mustergültiges Zusammenspiel von Trainersohn Foda, Muratovic und Hölzl, schloss der ÖFB-Teamspieler mit einem Volleyschuss aus rund zehn Metern souverän ab (36.). Nach dem Seitenwechsel änderte sich nichts am Spielgeschehen, die Grazer dominierten und waren zu keinem Zeitpunkt gefährdet einen Gegentreffer zu kassieren.

Auf der anderen Seite besserten die Schwarz-Weißen noch ihr Torverhältnis auf. Nach Vorarbeit von Hölzl zog Beichler mit links aufs kurze Eck ab und der Ball rutschte durch die Hände von Weber zum 3:0 ins Netz (65.). Dem noch nicht genug sorgte Jantscher mit seinem vierten Saisontreffer auch noch für das 4:0, der 21-Jährige war nach einem von Manuel Weber ideal abgefälschten Beichler-Schuss zur Stelle (78.). Kurz darauf kam für Jantscher Mario Haas ins Spiel, seinen Kurzauftritt hätte er fast mit einem Treffer (89./daneben) gekrönt. Die zum zweiten Mal in Folge siegreichen Grazer sind bereits seit sechs Runden ohne Gegentreffer.

Alle Ergebnisse der Samstagsspiele:

Wiener Neustadt - Austria 4:3 (2:1)
Stadion Wr. Neustadt, SR Meßner
Tore: Kuljic (28.), Aigner (36./Elfer), Ari (56.), Wolf (76.) bzw. Schumacher (26.), Acimovic (63.), Diabang (91.)
Rote Karte: Klein (35./Austria/Torraub)

Salzburg - Mattersburg 2:0 (1:0)
Red-Bull-Arena, SR Lechner
Tore: Janko (42.), Schiemer (61.) 

Rapid - Ried 1:0 (1:0)
Hanappi-Stadion, SR Einwaller
Tor: Katzer (12.)
Gelb-Rote Karte: Huspek (91./Ried)
Rote Karte: Gartler (56./Rapid)

Sturm - Kärnten 4:0 (2:0)
UPC-Arena, SR Drabek
Tore: Jantscher (23.,77.), Hölzl (36.), Beichler (65.)

Die Stimmen zu den Partien findest du in der Infobox!

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